St. Aper (Wasserliesch)

St. Aper Wasserliesch ist die Kirche der katholischen Pfarrei St. AperWasserliesch im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie ist die einzige Pfarrkirche in Deutschland, die das Patronat des Bischofs und Bekenners Aper besitzt; er war von 500 bis 507 der 7. Bischof des damaligen Bistums Toul in der französischen Region Lothringen. Das Gebäude ist von Südwest nach Nordost orientiert. Der 36 m hohe Kirchturm steht an der nordwestlichen Seite, der Glockenstuhl befindet sich im obersten schiefergedeckten Turmgeschoss. Eingangsseite der Kirche ist die zur Dorfstraße gerichtete Giebelseite. Sie besitzt ein Haupteingangsportal in der Mitte mit zwei daneben angeordneten kleineren Eingangsportalen. Alle Eingänge sind mit Windfängen versehen; zwischen den Windfängen befinden sich zwei vom Kirchenraum aus zugängliche kleine Kapellchen. Der Seiteneingang an der nordöstlichen Seite der Kirche besitzt einen überdachten Treppenaufgang, er wird nicht mehr genutzt; der zugehörige Windfang im Inneren dient nur noch als Ausstellungsraum.

St. Aper, Ansicht Moselseite
St. Aper, Ansicht Eingangsseite
Innenansicht von St. Aper
Wandbild im Chor rechts
Wandbild im Chor links
Der Rokoko-Hochaltar
Das Gnadenbild Maria Hilf
Der linke Seitenaltar
Der rechte Seitenaltar
Taufstein von 1556
Kanzel
Orgelempore mit Orgel

. . . St. Aper (Wasserliesch) . . .

Die St. Aper-Kirche in Wasserliesch wurde in den Jahren 1910/1911 als dreiteilige neobarocke Stufenhalle erbaut. Planung und Bauleitung hatte der überregional bekannte Architekt und Kirchenbaumeister Peter Marx aus Trier. Er setzte den damals noch neuen Baustoff Eisenbeton ein, dessen Verwendung für einen Sakralbau außergewöhnlich war. Peter Marx war ein bedeutender Kirchenbaumeister, er hat mehr als 70 Kirchen neu- oder umgebaut, überwiegend im Saarland und in der Region Trier.

Vermutlich hatte sich Peter Marx von der Barock-Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau“ in Steinhausen (Baden-Württemberg) inspirieren lassen, die der berühmte Baumeister Dominikus Zimmermann gebaut hat. Ihr ovaler Grundriss und die dreifach gebrochene barocke Kirchturmhaube mögen Marx angeregt haben, ein ähnliches Bauwerk in Wasserliesch zu schaffen. Der erstmals verwendete Baustoff Eisenbeton gestattete es ihm, das Mittelschiff mit einem weit ausladenden ovalen Kuppelgewölbe zu überdecken; im Eingangs- und Chorbereich geht es in ein Tonnengewölbe über. Die beiden Seitenschiffe sind mit einer flachen kassettierten Eisenbetonplatte überdeckt.

Die ungewöhnliche Bauweise erlaubte dem Architekten eine von historischen Baustilen völlig losgelöste Gestaltung. So lässt sich das Gebäude keiner historischen Stilrichtung zuordnen, auch wenn einzelne Bauteile, wie die Kirchturmhaube und die tragenden Stützen im Innenraum mit ihren Bögen, neobarocke Strukturen aufweisen.

Das Äußere der Kirche ist schlicht gestaltet. Die Gliederungen sind in hellem Sandstein mit rau geputzten Mauerflächen ausgeführt, die Dachflächen in Schiefer gedeckt. Das Innere ist ebenfalls schlicht gestaltet, Decken und Gewölbe sind kassettiert. Eisenbeton setzte der Architekt nur für das Mittelschiff mit den tragenden Stützen ein. Damals hatten nur wenige Firmen die notwendige Erfahrung mit der Verarbeitung des neuen Baustoffs, sodass der Architekt eine in Saarbrücken ansässige Spezialfirma mit der Ausführung beauftragen musste. Das Außenmauerwerk ließ er von ortsansässigen Firmen in herkömmlicher Bauweise mit heimischem Buntsandstein herstellen. Die bemerkenswerte Kombination dieser beiden Bauverfahren in einem Gebäude war dem Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz Anlass, die Kirche nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges unter Denkmalschutz zu stellen.

Die für eine Dorfkirche ungewöhnliche Größe für 1.200 Besucher hatte die Kirchengemeinde dem Architekten wegen der Anfang des 20. Jahrhunderts dynamisch anwachsenden Einwohnerzahl vorgegeben. Die Vorgängerkirche, die bis zum Jahr 1920 an anderer Stelle stand, war längst zu klein geworden. Um der Vorgabe gerecht werden zu können, musste Marx eine ungewöhnliche Bauweise anwenden.

Der Innenraum wirkt auf den Besucher durch seine außergewöhnliche Größe und Weite. Der Eindruck ist der ovalen Form des Gebäudes geschuldet, die dem Hauptschiff den weitaus größten Raum gestattet. Das hoch hinaufreichende Deckengewölbe ruht auf zwei seitlich in Reihen angeordneten betont schlank gehaltenen Stützen. Die beiden Seitenschiffe sind sehr schmal ausgefallen, sodass sie nur noch als Seitengänge dienen können. Dennoch bietet die Kirche eher das Bild eines dreischiffigen Kirchenraumes. Sie erinnert aber in keiner Weise an die nüchternen Formen der Betonkirchen, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend errichtet worden sind.

Ein Kunstkritiker beschrieb die St. Aper-Kirche im Jahr 1910 so:

„Die neue Pfarrkirche in Wasserliesch bei Trier, von dem Architekten Peter Marx, Trier, erbaut, erweckt in mehr als einer Hinsicht großes Interesse. Als Baumaterial ist hauptsächlich Eisenbeton verwandt worden. Der moderne, äußerst gestaltungsfähige Baustoff verlangt eine von den historischen Stilen gänzlich losgelöste Formengebung und ermöglichte zugleich eine bedeutende Freiheit der Grundrissbildung. Das Längsschiff trägt ein Tonnengewölbe von sehr großer Spannweite. So entsteht ein weiter, übersichtlicher, nur von einigen schlanken Stützen durchsetzter Raum, ohne dass die für katholische Kirchen charakteristische Längsrichtung preisgegeben ist. Die Raumwirkung wird durch große Schlichtheit sehr gehoben.“

. . . St. Aper (Wasserliesch) . . .

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