K21 NIFV

Der K21 NIFV (Next Infantry Fighting Vehicle) ist ein in Produktion befindlicher Schützenpanzer des Südkoreanischen Heeres. Er soll dort die Schützenpanzer K200 ersetzen bzw. ergänzen. Der Produktionsstart für die ersten 500 Einheiten war Ende 2009, der erste Roll-out fand am 27. November 2009 statt.[1]

Next Infantry Fighting Vehicle

NIFV auf der Seoul Air Show 2007

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3 (Fahrer, Kommandant, Richtschütze) + 9 (Schützentrupp)
Länge 6,90 m
Breite 3,40 m
Höhe 2,60 m
Masse 25 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Verbundpanzerung
Schottpanzerung
Hauptbewaffnung 40-mm-Bofors-Maschinenkanone L/70
Sekundärbewaffnung 7,62-mm-Maschinengewehr M60E4
2 × ATGM nachrüstbar
Beweglichkeit
Antrieb Doosan D2840LXE Diesel
552 kW (750 PS)
Federung hydropneumatisch
Geschwindigkeit 70 km/h Land
7 km/h Wasser
Leistung/Gewicht 22 kW/t
Reichweite 450 km Straße

. . . K21 NIFV . . .

Im Jahr 1999 beauftragte die südkoreanische Verteidigungsagentur Agency for Defense Development (ADD) Doosan mit der Entwicklung eines neuen Schützenpanzers. 2003 veröffentlichte Daewoo Heavy Industries & Machinery Ltd (heute Doosan Infracore Defense Products) Details über das Projekt namens Next Infantry Fighting Vehicle (NIFV). Im vierten Quartal 2005 wurden drei Prototypen fertiggestellt, die mit der Agency for Defence Development gemeinsam entwickelt wurden. Die Entwicklung soll 506 Millionen Euro gekostet haben. Nach den Tests in den vergangenen Jahren wurde das Fahrzeug ausgewählt und 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt.[2] Im November 2009 begann die Auslieferung der ersten 500 bestellten Schützenpanzer.

Am 29. Juli 2010 sank ein K21 bei einer Flussdurchquerung, ein Soldat starb dabei. Dies war der zweite Unglücksfall dieser Art. Eine Untersuchungskommission kam zu dem Schluss, dass die Fahrzeuge etwas zu kopflastig seien. Gleichzeitig wurde das Schwallbrett statt der geplanten 22 cm nur 7 bis 11 cm hoch gebaut. Ein weiteres Problem war der bei Motorvolllast sinkende Innendruck im Fahrzeug, durch den mehr Wasser in den Panzer strömt, als die Lenzpumpe absaugen konnte. Das Design wurde daraufhin überarbeitet, im Februar 2011 erfolgten weitere Tests. Die Auslieferung weiterer Panzer wurde vorerst gestoppt.[3] Ab April 2011 wurde die Produktion wieder aufgenommen, nachdem die Probleme behoben wurden und Tests im Hangang erfolgreich verliefen.[2][4]

Der BMP-3 galt während der K21-Entwicklung als Referenzbedrohung. So sollte der K21-Schützenpanzer gegen Beschuss durch einen BMP-3 geschützt sein und gleichzeitig die Feuerkraft besitzen, diesen zu zerstören. Viele Teile des Schützenpanzers stammen von westlichen Rüstungskonzernen und werden in Südkorea in Lizenz gefertigt.

Die Besatzung besteht dabei aus zwölf Personen und setzt sich aus neun Soldaten eines Schützentrupps und der dreiköpfigen Fahrzeugbesatzung zusammen. Besonderes Augenmerk bei der Entwicklung wurde dabei auf Mobilität und Feuerkraft gelegt. Das Fahrzeug ist dabei konventionell mit einem bemannten Turm ausgestattet, an dessen Heck sich ein Staugitter zum Transport von Ausrüstung befindet. Trotzdem kamen zahlreiche Innovationen zum Einsatz:

So besteht die Wanne zwar vollständig aus einer Aluminiumlegierung, Einzelteile wie die Kommandantenluke sind jedoch zwecks Gewichtsersparnis aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Dies trägt auch dazu bei, dass das Fahrzeug schwimmfähig ist. Zu diesem Zweck sind links und rechts unter den Kettenschürzen aufblasbare Pontons angebracht, um den Auftrieb zu erhöhen. Die sehr hohe spezifische Leistung von 22 kW pro Tonne ist für einen Schützenpanzer weltweit einzigartig. Wie beim japanischen Kampfpanzer Typ 10 wird ein stufenloses Getriebe (continuously variable transmission) verwendet, um ruckfrei zu beschleunigen.

Als Bewaffnung wird eine 40-mm-L/70-Kanone von Bofors verwendet, die Unterkalibergeschosse und Explosivgranaten mit programmierbarem Zünder verschießen kann. Das Fahrzeug verfügte als einer der ersten serienmäßigen Schützenpanzer, neben dem Schützenpanzer Puma, wie ein Kampfpanzer über Hunter/Killer-Fähigkeiten. Der Kommandant kann also mit seinem Sensor auf dem Turm nach Zielen suchen, sie identifizieren und diese an den Richtschützen übergeben, während dieser seinen eigenen Sensor unabhängig davon nutzt. Zudem ermöglicht ein solcher zweiter vollwertiger Sensor auf dem Turmdach typischerweise ein Waffenrichten nach Ausfall der Sensoren des Richtschützen. Durch die Bewaffnung kann der K21 NIFV die Frontpanzerung veralteter Kampfpanzer vom Typ 59 bzw. T-54, die mit über 1000 Exemplaren die Hauptmasse der nordkoreanischen Panzerwaffe darstellen, zumindest im Nahbereich durchschlagen.

Des Weiteren ist ein Gefechtssimulator in das Fahrzeug integriert; damit ist der Panzer auch gleichzeitig sein eigenes Trainingsgerät. Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, zu jeder Zeit und überall die Besatzung zu trainieren, entweder nur mit dem eigenen Panzer oder im virtuellen Verbund mit anderen K21. Der Fahrer sieht die Fahrstrecke in diesem Fall auf seinem LC-Display. Im Gegensatz zum Schützenpanzer Puma werden dabei keine Videobrillen eingesetzt, so dass die Fahrt über Luke nicht simuliert werden kann.

. . . K21 NIFV . . .

Dieser Artikel stammt von der Website Wikipedia. Der Originalartikel kann etwas gekürzt oder modifiziert sein. Einige Links wurden möglicherweise geändert. Der Text ist lizenziert unter “Creative Commons – Attribution – Sharealike” [1] und ein Teil des Textes kann auch unter den Bedingungen der “GNU Free Documentation License” [2] lizenziert werden. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie unseren rechtlichen Seiten zu . Weblinks: [1] [2]

. . . K21 NIFV . . .

Previous post Bad Wildbad
Next post Katrina Gorry