Henrik Ibsen

Henrik Johan Ibsen (* 20. März1828 in Skien; † 23. Mai1906 in Christiania) war ein norwegischerDramatiker und Lyriker.

Dieser Artikel befasst sich mit dem Dramatiker und Lyriker Henrik Ibsen. Zu anderen Personen siehe Henrik Ipsen.
Henrik Ibsen

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Eine Silhouette der Familie Altenburg / Paus um 1820; Ibsens Mutter Marichen rechts und ihre Eltern in der Mitte. Es ist das einzige existierende Porträt von Ibsens Eltern.
Das Dach und eines der Fenster des Altenburggården sind in der Bildmitte zu sehen. Ibsens Mutter Marichen wuchs in Altenburggården auf. Henrik Ibsen lebte dort im Alter von drei bis acht Jahren.
Venstøp, wo Ibsen lebte 1835–1843

Henrik Johan Ibsen wurde am 20. März 1828 in Stockmanngården in Skien geboren. Er wurde am 28. März 1828 zu Hause getauft und die Taufe am 19. Juni desselben Jahres in Christianskirken bestätigt. Er war der Sohn des Kaufmanns zu Skien Knud Plesner Ibsen (1797–1877) und der Marichen Cornelia Martine Altenburg (1799–1869).[1] In einem Brief an Georg Brandes schrieb Henrik Ibsen, dass „meine Eltern waren sowohl väterlich- als mütterlicherseits Mitglieder der angesehensten Familien in Skien“ und mit „fast allen Patrizierfamilien, die damals den Ort und seine Umgebung beherrschten“ verwandt.[2] Skien war seit dem 16. Jahrhundert eine der wichtigsten und reichsten Städte Norwegens, und war bis ins 19. Jahrhundert die führende Hafenstadt des Landes. Seit den Napoleonischen Kriegen verlor Skien allmählich an Bedeutung zugunsten der aufstrebenden Hauptstadt Christiania. In Ibsens Kindheit war Skien noch eine der führenden Städte Norwegens, aber sein altes Kaufmannspatriziat kämpfte um sein Überleben.

Knuds Vater Henrich Ibsen starb 1797 wenige Wochen nach seiner Geburt bei einem Schiffsunglück, und seine Mutter Johanne Plesner heiratete 1798 den Kapitän und Reeder Ole Paus, der Knuds Stiefvater und Vater von Knuds neun Halbgeschwistern wurde. Als Mitglied der Familie Paus war er Nachkomme der „Beamtenaristokratie“ von Øvre Telemark. Im Jahr 1800 zogen Ole und Johanne Paus mit den Kindern aus dem Zentrum von Skien auf den stattlichen Bauernhof Rising in Gjerpen, etwas außerhalb von Skien, nachdem sie das Ibsen-Haus in Løvestrædet verkauft hatten. Bei der Volkszählung von 1801 hatte die Familie Paus in Rising sieben Bedienstete.[1]

Henriks Mutter Marichen wuchs in Altenburggården im Zentrum von Skien als Tochter des Kaufmanns und Reeders Johan Andreas Altenburg und der Hedevig Paus auf. Hedevig war eine Schwester von Ole Paus und die beiden Familien von Rising und Altenburggården hatten eine sehr enge Beziehung; zum Beispiel ist Knuds Halbbruder und enger Kindheitsfreund Henrik Johan Paus in Altenburggården aufgewachsen. Knud und Marichen kannten sich seit ihrer Kindheit, galten fast als Schwester und Bruder im sozialen Sinne und ihre Ehe wurde als „perfektes Familienarrangement“ bezeichnet.[3]

Knud und Marichen lebten zunächst mit Knuds Bruder und Marichens Vetter Christopher Blom Paus in Stockmanngården im Zentrum von Skien, wo Henrik 1828 geboren wurde. Nachdem Marichens Mutter 1830 Altenburggården ihrem Schwiegersohn Knud überlassen hatte, zogen Knud und Marichen 1831 mit ihren Kindern dort ein. In den 1820er und 1830er Jahren war Knud Ibsen ein reicher Kaufmann in Skien; 1833 stand er an 16. Stelle der Steuerzahler der Stadt.[1] Henrik wuchs als ältestes Kind mit drei jüngeren Brüdern und einer Schwester auf.[4][5]

Ab Mitte der 1830er Jahre, als Henrik acht Jahre alt war, hatte sein Vater wirtschaftliche Schwierigkeiten, obwohl er nie bankrott im Sinne des Gesetzes ging. Die Familie musste ihr Haus Altenburggården verkaufen und zog auf das ländliche Gut Venstøp außerhalb der Stadt.[1] Viele Mythen über Ibsens Kindheit wurden durch neuere Forschungen widerlegt. Zum Beispiel hat Jørgen Haave, der Direktor des Ibsenmuseums in Skien, festgestellt, dass die Familie Ibsen auf Venstøp weiterhin relativ bequem lebte und dass Henrik nicht depressiv und sein Vater Knud kein Alkoholiker war. Venstøp war ein stattlicher, großer Bauernhof mit repräsentativen Gebäuden, und die Familie Ibsen hatte noch Bedienstete. Sie behielt ihre Stellung in der Patrizierelite und „distanzierte sich stark von der Bauernbevölkerung“.[6] Haave weist darauf hin, dass es zum finanziellen und sozialen Abstieg erst in den 1850er Jahren kam, nachdem Henrik das Elternhaus verlassen hatte.[1]

Als 16-Jähriger begann Henrik 1844 eine Lehre bei dem Apotheker Reimann[7] in Grimstad, um später Medizin zu studieren. In Grimstad hatte er die Möglichkeit, Bücher zu leihen, die er sich selber nicht leisten konnte, und las unter anderem William Shakespeare und Ludvig Holberg. Außerdem verfasste er dort erste eigene Werke, Liebesgedichte für ein Mädchen namens Clara, von denen einige erhalten sind.[4] Ibsen hatte auch eine Beziehung mit einer zehn Jahre älteren Dienstmagd, die 1846 seinen unehelichen Sohn Hans Jacob Henriksen zur Welt brachte. Aus den Unterhaltsverpflichtungen ergaben sich finanzielle Schwierigkeiten für ihn.[5] Engeren Kontakt zu seinem Sohn hatte Ibsen nicht.

Kurz bevor er Grimstad verließ, wurde Ibsens erstes Theaterstück Catilina veröffentlicht. Es handelt von Lucius Sergius Catilina, auf den er bei seiner Abiturvorbereitung aufmerksam geworden war.[8] Das Werk entstand vermutlich 1848 bis 1849[7] und wurde 1850 unter dem Pseudonym Brynjolf Bjarne veröffentlicht.[5]

Ibsens familiäres und kindliches Umfeld war sowohl zu Lebzeiten als auch in den 2000er Jahren ein viel untersuchtes Thema. Einer der Gründe dafür ist, dass Ibsen selbst bestätigte, dass er seine Verwandten, Kindheitserinnerungen und Familientraditionen als Vorbilder für Figuren und Ereignisse in seinen Dramen verwendet hat.[1]

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