Flussgeschichte der Bära

Die Flussgeschichte der Bära hat sich, wie die der anderer rezenter Albflüsse, erdgeschichtlich sehr lange und wechselvoll entwickelt. Nur wenige, sehr alte und ehemals sehr große Gewässer der Schwäbischen Alb transportieren heute noch wie sie ihre Wasser- und Sedimentfracht oberirdisch bis zur Mündung in die Donau.

Die etwa südwärts laufende Bära ist das Hauptgewässer des Unter-Naturraums Hohe Schwabenalb der Schwäbischen Alb und ein sehr alter Fluss. Ihr Vorläufer, die Ur-Bära, ist wahrscheinlich älter als die Ur-Donau. Flussgerölle der Ur-Bära wurden auf ausgedehnten Flächen der Oberböden bei Buchheim im Landkreis Tuttlingen und Altheim im Landkreis Sigmaringen, also südlich der heutigen Donau, nachgewiesen. Die wechselvolle Entwicklung der Bära kann mit Hilfe zahlreicher Erkenntnisse zur Bära, zu anderen wichtigen Flüssen und geologischen Phänomenen in denselben Regionen Westliche Schwäbische Alb und Nördliches Albvorland für mehrere erdgeschichtliche Epochen beschrieben werden.

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Ur-Donau und Entwicklung seit dem Miozän
miozäne Juranagelfluh, schlecht sortiert, wohl gerundet, hier in der Tengener Rinne

Beachtlich viele Fluss-Schotter der so genannten „Jüngeren Juranagelfluh“ liegen in mehreren Geröllfeldern auf einer Fläche von etwa 6,5 km Länge bei Buchheim und Altheim rund drei Kilometer südlich, also jenseits der heutigen Donau. Diese in aktuellen geologischen Karten mit der Bezeichnung „tJN2“ eingetragenen Geröllfunde sind veritable Belege einer Ur-Bära, die in die Graupensandrinne mündete. Diese große Rinne war im Mittel-Miozän die Hauptentwässerungsrinne Südwestdeutschlands[1][2]

Weitere Belege für die Ur-Bära dieser miozänen Zeit sind nicht bekannt. Es können aber Vergleiche herangezogen werden, die von zahlreichen geologischen Publikationen über die Ur-Donau[3] vorliegen. Von verschiedenen Entwicklungsstufen der Donau wurden zahlreiche Schottergerölle gefunden und petrographisch auf Alter, Größe, Zusammensetzung, Herkunftsgebiet, Fundhöhe und Fundort analysiert, so dass mittlerweile tragfähige Angaben über Verläufe verschieden früher Phasen der Ur-Donau und der Donau von der Schweiz bis zum heutigen Ulm gemacht werden konnten:[4]

Die Ur-Bära war ein Verflochtener Fluss, der sich hoch über den heutigen Landoberflächen auf einem Flachrelief ausbreitete. Ihr Oberlauf wird weiter in den Norden gereicht haben als heute. Die gefundenen Juranagelfluh-Gerölle des Mündungsbereichs der Ur-Bära enthalten nur Weißjura-Gesteine, aber keine tieferen Gesteins-Formationen des damaligen Südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Der Oberlauf reichte also nicht weit über den heutigen Albtrauf hinaus.[5]

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