Deir Abū Fānā

Deir Abu Fana (arabisch: دير أبو فانا, Dair Abū Fānā) bzw. Deir es-Salib (arabisch: دير الصليب, Dair aṣ-Ṣalīb, „das Kreuzkloster) ist ein Kloster in Mittelägypten im Gouvernement el-Minyā südwestlich der Stadt el-Minyā westlich des Nils. Das seit dem 5. Jahrhundert bestehende Kloster befindet sich bereits in der Wüstenregion und wurde an der Stelle der Einsiedelei des hl. Abū Fānā erreichtet.

Neue Klostergebäude von Deir Abū Fānā
Deir Abū Fānā ·دير أبو فانا
Gouvernement Minyā
Höhe
53 m
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Lage
Lagekarte von Ägypten
Deir Abū Fānā

. . . Deir Abū Fānā . . .

Das Kloster Abū Fānā wurde zum Andenken an den hl. Abū Fānā, den Einsiedler (arabisch: أبو فانا المتوحد, Abū Fānā al-mutawaḥḥid, koptisch: Ⲁⲃⲃⲁ Ⲃⲉⲛⲓ ⲡⲓⲙⲁⲛⲇⲣⲓⲧⲏⲥ, Avva Veni pimandritēs, auch Apa Bane) gegründet, der an dieser Stelle im 4. Jahrhundert lebte. Er wurde um 355 geboren und starb etwa mit 40 Jahren um 395 (gelegentlich wird auch das Jahr 415 als sein Todesjahr angegeben). Von ihm wird berichtet, dass er sich sehr um Kranke und Arme sorgte und dass er vorhersehen konnte. So prophezeite er den Tod von Kaiser Theodosius I. im Jahr 395. Ihm wurde nachgesagt, dass er einen reichlichen Monat ohne Nahrung auskommen konnte und dass er etwa die Hälfte seines Lebens in seiner Mönchszelle aufrecht gestanden habe. Die Untersuchungen an seiner Leiche konnten letzteres bestätigen.

Die Anfänge des Klosters liegen wohl im 5. Jahrhundert. Hier erlebt es seine Blütezeit mit etwa 1000 Mönchen. Die Zahl der Mönche nimmt aber noch vor der arabischen Eroberung um 640 ab; im 15. Jahrhundert gibt es noch zwei Mönche. Heute ist es wieder von Mönchen besiedelt. Der bedeutendste Mönch ist der spätere Patriarch Theodosius II. von Alexandria (12. oder 13. Jahrhundert). Frühe Beschreibungen des Klosters liegen vom einstigen koptischen Mönch und Vorsteher eines nicht bekannten Klosters Abū al-Makārim (* vor 1160, † nach 1190), fälschlich Abū Ṣāliḥ dem Armenier zugeschrieben, und dem arabischen Historiker el-Maqrīzī vor, die die Architektur bzw. Restauration des Klosters erwähnen.

Ostmauer der Sanktuarkirche
Blick zum Allerheiligsten der Sanktuarkirche
Hof im Südwesten der Sanktuarkirche
Kuppelfresko mit einer Kreuzdarstellung in der südlichen Konche der Sanktuarkirche
Fresko an der Westmauer im Hof der Sanktuarkirche

Nordöstlich des modernen Klosters befinden sich zwei frühere Kirchen. Die zweite Kirche, nämlich die Grabkirche des Abū Fānā, wurde erst 1992 bei Ausgrabungen des Österreichischen Archäologischen Instituts unter Leitung von Professor Helmut Buschhausen entdeckt. Die Ausgrabungen fanden in der zweiten Hälfte der 1980er und in der ersten Hälfte der 1990er Jahre statt. Unter dem Boden der Grabkirche fand man auch den Leichnam des Abū Fānā. Die Grabkirche ist eine Basilika, sie stammt aus dem 6. Jahrhundert. Allerdings stehen ihre Mauern nur noch in geringer Höhe an, bzw. nur wenige Baufragmente sind erhalten.

Nur die erste Kirche, die so genannte Sanktuar- oder Memorialkirche, ist der Zerstörung des alten Klosters entgangen. Diese Kirche wurde 1993 restauriert.

In den vergangenen Jahren wurden mehrfach Anschläge auf das Kloster verübt. Der letzte Anschlag geschah am 31. Mai 2008, bei dem über 60 bewaffnete Angreifer drei Mönche entführten und folterten sowie Teile des Klosters und seines Inventars zerstörten.[1]

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