Taufe Jesu

Die Taufe Jesu steht im Markusevangelium(1,9–11 EU) am Übergang der Predigt Johannes’ des Täufers zur Zeit des öffentlichen Wirkens Jesu von Nazaret. In den beiden anderen synoptischenEvangelien werden außerdem die Geburtsgeschichten vorangestellt (Mt 3,13–17 EU; Lk 3,21–22 EU). Indirekt geht auch der Evangelist Johannes in Joh 1,29–34 EU auf die Taufe Jesu ein. Zudem wird sie im apokryphenHebräerevangelium erwähnt.

Dieser Artikel beschreibt ein Ereignis im Leben Christi. Für das gleichnamige Bild von Andrea del Verrocchio siehe Taufe Christi (Verrocchio)
Ikone der Taufe Jesu

Die Johannestaufe symbolisierte Vergebung von Sünden und rief den Getauften zur Umkehr wegen der Nähe des Reiches Gottes auf. Dies kontrastiert bei der Taufe Jesu mit dessen Akklamation als Sohn Gottes. Auch die mit dem Akt der Taufe verbundene Unterordnung Jesu unter Johannes, vielleicht auch längere Zeit einer Jüngerschaft Jesu wurde schon von Urchristen als anstößig empfunden. Daher gilt das Ereignis selbst als historisch gesichert (Differenzkriterium). Die Lateinische Kirche feiert das Fest am Sonntag nach dem 6. Januar.

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Taufe Christi, Miniatur aus dem Hitda-Evangeliar, um 1020
Taufe Jesu, Ausschnitt aus dem Flügelaltar in der Pfarrkirche von Usterling, um 1500. Arbeit aus dem Umfeld von Hans Leinberger. Der Künstler verlegt die Szene an das reale Naturdenkmal Wachsender Felsen in Usterling.

Nach Joh 1,28 EU wird als Ort der Taufe meist Bethanien am Jordan angenommen, heute archäologische Fundstelle al-Maghtas. Nach Joh 3,23 EU taufte Johannes auch in Αἰνών (‚Aenon‘ bei Salim), welches später Σαπσαφάς (‚Sapsaphas‘) hieß, und das nach der Mosaikkarte von Madaba auf dem Ostufer des Jordan gegenüber von Bethabara lag. Nach Origenes lag allerdings auch Bethanien auf der östlichen Jordanseite.[1]

Johannes der Täufer rief angesichts des kommenden Gottesgerichts und der Wiederkehr des Messias zur Umkehr und zur Taufe als Sündenvergebung auf. „Taufe der Umkehr“ in Mk 1,4 EU kann allerdings auch ein Abwenden Gottes von einer Strafabsicht bedeuten, entsprechend Jer 18,7–10 EU und den Sibyllinischen Orakeln 4:152–170 aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. (in einer jüdischen Einfügung in das hellenistische politische Orakel). Auch die Taufe der Qumran-Gemeinschaft betonte die Initiative Gottes. Selbst wenn Umkehr auf den Empfänger der Taufe bezogen ist, symbolisiert die Johannestaufe die positive Antwort des Getauften, keine „menschliche Entscheidung in einem Kontext von Reue und Streben nach Tugend“.[2]

Alle vier Evangelien beschreiben den Auftritt des Täufers mit einem Zitat aus dem Propheten Jesaja: „Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!“ (Jes 40,3 EU). Zu ihm kam auch Jesus, um sich taufen zu lassen. Als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er nach der Darstellung der Evangelien den Himmel geöffnet und den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube[3] herabkommen. Zugleich hörte er eine Stimme vom Himmel, die ihn „seinen geliebten Sohn“ nannte.[1]

Mk 1,9–11 EU kann als biographische Legende angesehen werden, oder auch als Kultlegende im Rahmen der urchristlichen Taufe.[4] Jedoch trennt Markus die diesseitige (Vers 9) und jenseitige Sphäre (Verse 10–11). Bei der Offenbarung der Gottessohnschaft steht der Täufer abseits. Er ist weder Ohrenzeuge noch spendet er eine Messiasweihe. Auch kann der Text nicht psychologisierend als Berufungsgeschichte oder -vision verstanden werden.[5][6]

Trotz der legendarisch-theologischen Ausgestaltung und des Bezugs auf Johannes ohne Erwähnung der Jesustaufe in Apg 10,37f. EU und 13.24f. gilt diese innerhalb der historischen Jesusforschung als eines der sichersten Ereignisse[7]: Für die Anhängerschaft des Täufers Johannes konnte die Taufe bedeuten, dass sich Jesus dem Johannes unterordnete, was für die Christusverkündigung der christlichen Gemeinden eher eine Belastung darstellte. Aber die Tatsache der Taufe ließ sich auch nicht einfach verschweigen. Jesus predigte genau wie Johannes die Umkehr; während aber bei Johannes das Kommen des Messias im Zeichen des Gerichts stand, sah Jesus die Herrschaft Gottes im Zeichen von Liebe und Erbarmen.[1]

Entgegen Markus’ Darstellung eines nur kurzen Kontakts während der Taufe und der in den anderen synoptischen Evangelien apologetisch ausgebauten Unterordnung wird heute oft eine längere Zeit Jesu bei Johannes als dessen Schüler angenommen. Soziologisch wird dann der Ursprung der Jesusbewegung im Täuferkreis gesehen. Als weniger sicher belegt gilt eine nur in Joh 3,23 EU und 4,1 EU berichtete eigene Tauftätigkeit Jesu.[7][8]

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