Kirsten Reese

Kirsten Reese (* 7. Februar1968 in Kiel) ist eine deutscheKomponistin, Klangkünstlerin und Hochschullehrerin. Sie lebt in Berlin.

Kirsten Reese. Foto: Harry Schnitger

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Kirsten Reese wuchs im Rheinland, in Hongkong und auf den Philippinen auf. Von 1988 bis 1996 studierte sie Flöte, elektronische Musik und Komposition an der Hochschule der Künste Berlin und an der Manhattan School of Music in New York City. Sie besuchte außerdem Kurse zu Studiotechnik an der New School of Social Research in NYC und zu digitaler Klangverarbeitung und algorithmischer Komposition am Elektronischen Studio der Technischen Universität Berlin. Von 2006 bis 2008 war sie Meisterschülerin Komposition an der Universität der Künste Berlin bei Daniel Ott.

Seit 1994 wirkte sie mit an Kompositionsprojekten im Elektronischen Studio der TU Berlin und führte ihre eigenen elektroakustische Werke und Klanginstallationen in Konzerten und internationalen Festivals auf. Bis 2005 trat sie als Flötistin im Bereich der zeitgenössischen Musik auf.

Kirsten Reese komponiert und produziert Werke für elektronische Medien und Instrumente sowie intermediale und interaktive Installationen, bei denen raum- und wahrnehmungsbezogene sowie performative und narrative Aspekte eine hervorgehobene Rolle spielen. Sie entwickelt Arbeiten in vielen verschiedenen Genres und Formaten: intermediale Performances, Landschaftsklangkunst in Form von Installationen und Audiowalks für Landschaften und urbanen Außenraum, radiophone Stücke, Klanggestaltung für Theaterinszenierungen, Musik für Experimentalvideo usw. und arbeitet auch als Autorin und Kuratorin im Bereich zeitgenössischer Musik und Klangkunst.

Themen der „Diversität und Spezifität bezogen auf technologische, soziale und ökologische Aspekte sowie Fragen der Genderforschung und Interkulturalität in den Klangkünsten“ bilden nach eigener Aussage den Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit und Forschung der Komponistin.[1] In vielen ihrer Arbeiten sind Bildmedien ein integraler Bestandteil, “found footage” nennt Julia Gerlach diese im Vorwort des Katalogs, den sie 2010 für die Klangkünstlerin herausgab.[2] Spätere Arbeiten fokussieren “found sound” und thematisieren Aspekte „dokumentarischen Komponierens“[1], wie z. B. die 24-kanalige Klanginstallation Debatte (Donaueschinger Musiktage 2013). Der Audiowalk Berlin Rosenthaler Platz, 2018 gemeinsam mit dem Autor David Wagner für das Berliner Festival für aktuelles Musiktheater BAM! entwickelt, arbeitet mit „Sedimenten aus Sound, die sich im Laufe der Geschichte abgelagert haben“.[3] Kirsten Reeses Umgang mit Medien mutete Marion Saxer schon 2010 „virtuos“ an: „Ihr scheint es primär darum zu gehen, Wahrnehmungssituationen schärfer herauszuarbeiten und zuzuspitzen, indem sie Teilhandlungen medientechnischer Apparate in ihre eigenen komplexen künstlerischen Handlungsstrukturen einbezieht“.[4] Reeses Interesse an Medien und Mediengeschichte wie auch an der Spezifität und Aura von medialen Instrumenten zeigt sich in späteren Werken wie z. B. the lightest words had the weight of oracles für historischen Fairlight Synthesizer und E-Gitarre (2014) oder Atmende Kugel für sechs Stimmen und Hermann Scherchens rotierende Lautsprecherkugel (2017).

Kirsten Reese arbeitet mit namhaften Interpreten und Ensembles zusammen und ihre Arbeiten werden international in Ausstellungen und auf Festivals gezeigt wie z. B. bei den Donaueschinger Musiktagen (2006, 2013 und 2019), beim Eclat Festival Stuttgart (2018), beim Festival für Neue Musik Wien modern (2017), bei der Biennale für elektroakustische Musik und Klangkunst KONTAKTE der Akademie der Künste in Berlin (2017), bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik (2017), Heroines of Sound (2015), SPOR Festival Aarhus (2013) u. v. a. m.

2002 bis 2007 war Kirsten Reese wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg im Forschungsprojekt „Musik und Gender im Internet“.[5] Seit 2005 unterrichtet sie an der Universität der Künste Berlin elektroakustische Komposition, 2007 bis 2009 war sie dort Gastprofessorin für künstlerische Transformationsprozesse. Sie war außerdem Dozentin für Medienkunst und Komposition an der Hochschule der Künste Bern und lehrte bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Seit 2012 ist sie Professorin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin für ästhetische Bildung und Medienpädagogik. Seit 2017 leitet sie das UNIK | Studio für elektroakustische Komposition, Klangkunst und Klangforschung an der UdK.

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