HER2/neu

HER2/neu (human epidermal growth factor receptor 2, offizieller Name: ERBB2, erb-b2 receptor tyrosine kinase 2)[1] gehört zur Familie der epidermalen Wachstumsfaktorrezeptoren (EGF-Rezeptor). HER2/neu stimuliert die Zellproliferation über den RASMAP-Kinase-Weg und hemmt den programmierten Zelltod (Apoptose) über den mTOR-Signalweg.[2][3] Neben seiner sehr bekannten Verwendung bei Mammakarzinomen wird HER2/neu auch in der Diagnostik und Behandlung von gastroösophagealen Adenokarzinomen (z. B. Magenkarzinom) verwendet.[4][5][6]

HER2/neu

Vorhandene Strukturdaten: 2A91, 1N8Y, 1N8Z, 1S78, 1IIJ, 2J1H, 2JWA

Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 1233 Aminosäuren (Monomer)
Sekundär- bis Quartärstruktur Heterodimer; single pass Membranrezeptor
Bezeichner
Gen-Name ERBB2
Externe IDs
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 2.7.10.1, Tyrosinkinase
Reaktionsart Phosphorylierung
Substrat ATP + Protein-L-Tyrosin
Produkte ADP + Protein-L-Tyrosinphosphat
Orthologe
Mensch Hausmaus
Entrez 2064 13866
Ensembl ENSG00000141736 ENSMUSG00000062312
UniProt P04626 P70424
Refseq (mRNA) NM_001005862 NM_001003817
Refseq (Protein) NP_001005862 NP_001003817
Genlocus Chr 17: 39.69 – 39.73 Mb Chr 11: 98.41 – 98.44 Mb
PubMed-Suche 2064 13866

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HER2/neu spielt eine wichtige Rolle in der Behandlung und Diagnostik des Mammakarzinoms (Brustkrebses). In etwa 15 – 30 % aller invasiven Mammakarzinome ist der Rezeptor stark überexprimiert. Damit ist seine Wirkung vervielfacht, was sich bis zur Entwicklung und Zulassung spezieller Antikörper-Therapien im Jahr 2000 in einer schlechteren Prognose, das heißt mit einem schnelleren Tumorwachstum und einer schnelleren Tumorausbreitung äußerte. Ob der Krankheitsverlauf durch eine HER2/neu-Überexpression beeinflusst ist, kann mittels immunhistochemischer Methoden nachgewiesen werden. Die Feststellung der nachgewiesenen Überexpression wird mit „HER2-positiv“ bezeichnet. Das Ergebnis wird üblicherweise in folgender Skala ausgedrückt:

0 = negativ, keine Überexpression
1+ = schwache Reaktion, keine Überexpression
2+ = mäßig starke Reaktion, schwache Überexpression
3+ = starke Reaktion, starke Überexpression

Ein therapeutischer Ansatz ergab sich aus folgender Überlegung: Wenn es gelänge, mit einem gegen das HER2/neu Protein gerichteten Antikörper diese Rezeptoren zu blockieren, somit die wachstumsfördernden Signale von den Krebszellen fernzuhalten, dann müsste sich das Wachstum der Krebszellen verlangsamen und aufheben lassen.

„HER2-positive“ Patienten können daher von einer Therapie mit einem humanisierten Antikörper Trastuzumab (Handelsname: Herceptin, Hersteller: Roche) profitieren, denn er ist gegen den extrazellulären Teil des HER2-Rezeptors gerichtet. Er blockiert ihn und unterbricht damit seine intrazelluläre Wirksamkeit.[7] Trastuzumab kann auch in Kombination mit dem monoklonalen AntikörperPertuzumab und Docetaxel verabreicht werden.[8]

Weil die Therapie mit dem Antikörper sehr teuer ist, muss vor der Therapie sichergestellt werden, dass eine Wirkung erwartet werden kann. Vor einer Therapie mit Trastuzumab wird zunächst mittels Immunhistochemie getestet, ob das HER2-Gen amplifiziert und überexprimiert ist. Nur ein dreifach positives Ergebnis in der immunhistochemischen Untersuchung des Tumorgewebes, im Sinne einer besonders deutlichen Überexpression, gilt als ausreichend, die Indikation zur Therapie mit dem Antikörper zu stellen. Als Bestätigungstest steht in Zweifelsfällen die In-situ-Hybridisierung zur Verfügung, genauer der FISH-Test. Die Therapie mit Trastuzumab wird nach verschiedenen Protokollen, zum Beispiel über ein Jahr mit dreiwöchentlichen Gaben, durchgeführt und insgesamt gut vertragen. Es besteht jedoch die Möglichkeit toxischer Wirkungen auf das Herz[9][10], weshalb zur therapiebegleitenden Kontrolle regelmäßige Herz-Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden.

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