St. Ägidius (Kirchstein)

Die KuratiekircheSt. Ägidius im Ortsteil Kirchstein (Kirchenweg 14) der Gemeinde Kirchanschöring ist dem heiligen Aegidius geweiht.

Katholische Kirche St. Ägidius von Kirchstein
Fresko des Schlosses Lampoding auf der Rückseite der Kirche von Kirchstein

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Die Kirche dürfte von den Lampo(t)dingern errichtet worden sein. Sie wird erstmals 1335 als Filialkirche des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Zeno von Reichenhall erwähnt. Mitte des 15. Jahrhunderts ist die Kirche in ihrer heutigen Form als Grablege der Lampodinger errichtet worden. 1691 erhielt der aus der Spätgotik stammende Turm einen oktogonalen Aufsatz mit einer langgestreckten Doppelzwiebel. An der Ostseite ist in der Nische eines zugemauerten Fensters das um 1750 entstandene Fresko mit dem einzigen Bild des Schlosses Lampoding angebracht, darüber ist das Passauer Gnadenbild der „Maria Hilf“. Die zweigeschossige angebaute Sakristei wurde 1829 mit Steinen der abgebrochenen Lampodinger Schlossmauer errichtet. An der Südseite befindet sich ein Portalvorbau mit einem spitzbogigen Steinportal mit Birnstabprofil und reichen Türbeschlägen mit einem Zugring aus der Erbauungszeit. An der Westseite ist ein glasiertes Tonrelief von „Christus am Kreuz“. Im ehemaligen Beinhaus ist ein Grabdenkmal aus rotem Adneter Marmor für Anna Keutzl, der Ehefrau des Friedrich von Lampoting.

Um 1619 und um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Langhaus und Chorraum figürlich bemalt. Diese Malerei wurde 1951 bei einer Renovierung teilweise freigelegt. Dabei wurde eine 1861 erfolgte neugotische Raumfassung beseitigt, ebenso wurden die beiden neugotischen Seitenaltäre entfernt. Bei der letzten Renovierung 1994/98 wurden die barocken Figuren von der neugotischen Fassung befreit und der ursprüngliche Altaraufbau rekonstruiert.

Im Bereich der St. Ägidius-Kirche wurden untertägige spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde gesichert.

Das Langhaus besitzt drei Joche, an der sich der eingezogene ebenfalls dreijochige Chorraum mit drei Seiten eines Achtecks anschließt. Das Netzgewölbe besitzt keinen Schlussstein, es ruht auf Wandpfeilern und Runddiensten. Die Schnittpunkte der Rippen sind mit Rankenmalerei verziert. Im Westen schließt eine im 19. erweiterte Orgelempore mit neugotischem Holzmaßwerk die Kirche ab.

Der neugotische Hochaltar stammt von Franz Xaver Hörmann aus dem Ortsteil Burg von Tengling. Das Altarbild zeigt der Hl. Ägidius als Abt mit einer Hirschkuh. Rechts und links stehen lebensgroße Figuren unter Baldachinen der Salzburger Bistumsheiligen Rupert und Virgil. Sie sind Reste des 1758 geschaffenen Hochaltares von Richard Högner aus Tittmoning. Auf dem Tabernakel sind drei auf die Eucharistie bezogene Reliefs (Mannawunder, Christus am Kreuz und Abendmahl) von Johann Georg Itzlfeldner aus Tittmoning von 1788. An der Wand stehen auf Konsolen Figuren des Hl. Nikolaus und des Hl. Ulrich, geschaffen vom Salzburger Bildhauer Simeon Frieß. An der Südseite ist das Grabdenkmal für den Schlossbesitzer Johann Christoph Perner von Rettenwörth von 1629. Die Sakristeitür von 1651 mit reichem Lilienbeschlag weist noch alte Farbspuren auf. In einem Joch ist eine moderne Kopie der Krakauer Madonna von Lucas Cranach dem Älteren angebracht. An der Nordseite befindet sich eine Wandmalerei von 1619 mit sechs Szenen aus dem Leben des Heiligen Ägidius. An den Seiten des Chorbogens stehen die Wetterpatrone Johannes (links) und Paulus. An der Nordseite des Langhauses ist eine Figur des Hl. Josef von einem ehemaligen Seitenaltar. Über dem Eingang ist eine Figur des St. Leonhard, gemacht 1680 von Sigmund Högner.

Die Orgel wurde 1979 vom Orgelbauer Hermann Öttl aus Salzburg grundlegend restauriert. Der Altartisch und neue Ambo wurde im Jahr 2000 von dem Laufener Friedrich Koller gestaltet und von Weihbischof Dr. Franz Dietl eingeweiht.

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