Semperit

Die Semperit AG ist ein börsennotiertes österreichisches Unternehmen der Gummiindustrie und ehemals bedeutender Reifenhersteller. Semperit entstand 1912 durch einen Zusammenschluss verschiedener Fabriken; die Ursprünge liegen in einem 1824 von Johann Nepomuk Reithoffer gegründeten Unternehmen.

Dieser Artikel beschreibt ein österreichisches Unternehmen der Gummiindustrie, zu der Reifenmarke siehe Continental AG.

Semperit AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000785555
Gründung 1910
Sitz Wien, Osterreich Österreich
Leitung
  • Petra Preining (CFO)
  • Kristian Brok (COO)
Mitarbeiterzahl 6.943[1]
Umsatz 928 Mio. Euro[1]
Branche Kautschuk- und Kunststoffindustrie
Website www.semperitgroup.com
Stand: 31. Dezember 2020
Firmengebäude der Semperit AG in Wimpassing im Schwarzatale (August 2017)

. . . Semperit . . .

Als ein international tätiges Unternehmen der Kautschuk- und Kunststoffindustrie ist die börsennotierte Semperit Gruppe mit zahlreichen Produktionsbetrieben und Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien und Amerika vertreten.

In den Sektoren Medizin und Industrie produziert und vertreibt Semperit

  • Untersuchungs- und Operationshandschuhe
  • Hydraulik- und Industrieschläuche
  • Förderbänder, Rolltreppen-Handläufe, Bauprofile, Seilbahnringe, Schifolien und Produkte für den Eisenbahnoberbau.

Etwa 6.900 Mitarbeiter,[2] davon ungefähr 700 in Österreich, waren 2019 bei der Semperit Holding in folgenden Tochterfirmen: Sempermed, Semperflex, Semperform und Sempertrans, beschäftigt. In Österreich ist der Firmensitz in Wien, die Produktionsstätte in Wimpassing im Schwarzatale in Niederösterreich ist das Stammwerk, das 1850 von Johann Nepomuk Reithoffer, der die Produktion seiner 1824 in Wien gegründeten Kautschukfabrik nach Wimpassing verlegte, erbaut wurde. In Thailand gehörte bis 2020 die weltweit größte Erzeugung für Untersuchungshandschuhe zum Konzern. Das sonstige Erzeugungsprogramm spannt einen weiten Bogen über die verschiedensten Gummierzeugnisse in weltweit 14[3] Produktionsstätten. Jeder zweite Handlauf von Rolltreppen auf der Welt stammt von Semperit.[4]

Johann Nepomuk Reithoffer

Die Österreichisch-Amerikanische Gummifabrik-Aktiengesellschaft wurde 1889 vom Wiener Bankverein gemeinsam mit den Vorbesitzern und der Continental-Caoutchouc- und Guttapercha-Compagnie in Hannover zum Zwecke der Übernahme der seit 1861 unter der Firma Österr.-amerik. Gummiwaren-Fabrik von Schnek, Kohnberger & Mandl[5] bestandenen Fabriken in Wien-Breitensee gegründet. 1890 gründete die Gesellschaft gemeinsam mit der Ungarischen Bank für Industrie und Handel die Ungarische Gummiwarenfabriks-Aktiengesellschaft. 1895 wurde die Gummifabrik des Hugo von Froreich in Vysočan bei Prag erworben. Die Prager Fabrik war 1897 bis 1904 Eigentum eines selbständigen Aktienunternehmens. Der Rückkauf erfolgte 1904. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Nationalisierung des tschechoslowakischen Betriebes durchgeführt. Die Anlage wurde in die neu errichtete Prager Gummifabrik Vysočany AG eingebracht. Die Gesellschaft erwarb 1910 bzw. 1912 unter Führung von Camillo Castiglioni die Geschäftsanteile der Semperit Gummiwerke, GesmbH, die in Traiskirchen in Niederösterreich ihre Fabrik hatte.[6] Die 1898 von dem Ungarn Josef Miskolczy (1858–1921) gegründete Gummiwarenfabrik Josef Miskolczy & Co., wurde 1909 in Semperit Gummiwerke GmbH umbenannt.[7] Der seit 1906 verwendete Markenname Semperit – eine Marketingschöpfung Miskolczys – bedeutet auf Latein „geht immer“ (semper it). Aus dem Anlass dieser Übernahme wurde die Firma in „Semperit“ Österreichisch-Amerikanische Gummiwerke AG umbenannt. 1912 erwarb die Gesellschaft Aktien der Asbest- und Gummiwerke Calmon. Diese Gesellschaft wurde in eine GesmbH umgewandelt, deren Anteile sich restlos im Besitze der Semperit befanden. Die von der Gesellschaft erworbenen Betriebe der Steinklammhofer Gummiwerke GesmbH, sowie der „Fama“ Gummiwerke AG wurden stillgelegt. 1923 erwarb die Gesellschaft von den Vereinigten Gummiwarenfabriken Harburg—Wien vormals Menier—J. N. Reithoffer in Harburg a. d. Elbe deren Fabrik in Wimpassing in Niederösterreich, welche in eine Aktiengesellschaft unter der Firma Vereinigte Gummiwarenfabriken Wimpassing vorm. Menier— J. N. Reithoffer umgewandelt wurde. Diese 1824 von Johann Nepomuk Reithoffer (1781–1872) gegründete Gummifabrik war die älteste Europas. 1923 ging die Firma Gummi- und Kabelwerke Josef Reithoffer’s Söhne in Wien und Steyr in den Besitz der Gesellschaft über und wurde in eine Aktiengesellschaft unter der Firma Gummi- und Kabelwerke Josef Reithoffer’s Söhne AG umgewandelt. Josef Reithoffer (1796–1858) hatte, nachdem er zuvor Leiter der Gummifabrik seines Halbbruders Johann Nepomuk Reithoffer in Wien gewesen war, 1832 eine eigene Gummifabrik gegründet. Dieses Unternehmen, das nach dem Tod seines Gründers in Gummi und Kabelwerke Josef Reithoffer’s Söhne umbenannt wurde, stellte erfolgreich Reifen her. Behufs Rationalisierung wurden alle Abteilungen von Wien-Breitensee in die anderen Konzern-Betriebe übertragen und die Breitenseer Fabrik gänzlich stillgelegt. 1932 wurde der Betrieb der Gummi- und Kabelwerke Josef Reithoffer’s Söhne AG in Steyr stillgelegt und die Betriebsstätte der Asbest- und Gummiwerke Calmon GesmbH. geräumt und die gesamte Fabrikation in Traiskirchen und Wimpassing vereinigt. Im eigenen Werk in Traiskirchen wurden 1934 etwa 2000 Arbeiter beschäftigt und in der Hauptsache Bereifungen aller Art hergestellt. Der Semperit Konzern umfasste sämtliche Aktien bzw. Anteile der Asbest- u. Gummiwerke Calmon GesmbH, Vereinigte Gummiwarenfabriken Wimpassing, Gummi und Kabelwerke Josef Reithoffers Söhne AG, Wimpassing, Kaucuk dd, Zagreb, Semperit SAR, Bukarest, ferner auch Aktien der Gummi- und Balatawerke „Matador“ AG, Bratislava, der Prager Gummifabrik Vysočany AG, der „Semperit“ polnische Gummiwerke AG, Krakau, sowie Anteile der „Semperit“ Jugoslavische Gummiwerke GmbH, Kranj.[8]

1925 beschäftigte die Semperit rund 9000 Mitarbeiter an neun Standorten.

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