Rüdiger Krause (Prähistoriker)

Rüdiger Krause (* 3. April1958 in Bagdad) ist ein deutscher Prähistoriker und Hochschullehrer. Seit 2006 hat er die Professur für Vor- und Frühgeschichte Europas an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main inne.

Rüdiger Krause, Jan. 2019 in der Universität Frankfurt

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Krause zeigte bereits als Schüler ein reges Interesse an der heimischen Archäologie, seit 1973 war er als „ehrenamtlicher Beauftragter“ Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes für Archäologische Denkmalpflege Baden-Württemberg in Stuttgart. 1978–1982 studierte er Vor- und Frühgeschichte an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen bei Franz Fischer und bei Georg Kossack in München; seine Nebenfächer waren Geologie und Anthropologie. Während des Studiums nahm er u. a. an Ausgrabungen im Irak, Jordanien und in Süddeutschland teil. 1983 schloss er sein Studium in Tübingen mit dem Magister Artium ab, seine Magisterarbeit galt dem römischen Kastell Murrhardt (Baden-Württemberg).[1] 1986 wurde er bei Franz Fischer in Tübingen promoviert, mit einer Arbeit über das frühbronzezeitliche Gräberfeld von Singen am Hohentwiel.[2] Anschließend erhielt er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts und bereiste die Iberische Halbinsel, Nordafrika, den Vorderen Orient und die Türkei.

Von 1987 bis 2006 war er bei der Archäologischen Denkmalpflege in Stuttgart tätig. Neben seinen Aufgaben als Konservator führte er mehrere Großprojekte durch, insbesondere die Ausgrabung der bandkeramischen Siedlung bei Vaihingen an der Enz und, im Umfeld des Ipf bei Bopfingen, die Ausgrabung der keltischen Viereckschanze von Bopfingen-Flochberg. Nebenher lehrte er 1996–2005 am Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin. Dort habilitierte er sich im Jahr 2000 mit der Arbeit „Studien zur kupfer- und frühbronzezeitlichen Metallurgie zwischen Karpatenbecken und Ostsee“.

Seit 2006 hat er die Professor für Vor- und Frühgeschichte Europas an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main inne. Seine Forschungsschwerpunkte sind die bronzezeitliche Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte, das Themenfeld „Landschaftsgeschichte und Umwelt“, die Burgenforschung, sowie frühe Metallurgie und die Gewinnung von Erzen. Konkrete Forschungsprojekte sind beispielsweise die bronzezeitlichen Befestigung in Bernstorf, die inneralpine Siedlungs- und Bergbaulandschaft im Montafon (Vorarlberg), die bronzezeitliche Sintašta-Kultur im Trans-Ural am Nordrand der Eurasischen Steppe (Russische Föderation), sowie bronze- und früheisenzeitliche Mega-Sites am Ostrand der Ungarischen Tiefebene im rumänischen Banat.

Zusammen mit Hans-Markus von Kaenel, Jan-Waalke Meyer und Wulf Raeck gibt Krause die Frankfurter Archäologischen Schriften heraus.

  • 1999 Ernennung zum korrespondierenden Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin.
  • Seit 2010 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat und im Kuratorium des Frobenius-Instituts an der Universität Frankfurt.
  • 2010–2019 Antragsteller und 2. Sprecher des Graduiertenkollegs „Wert und Äquivalent. Über Entstehung und Umwandlung von Werten aus archäologischer und ethnologischer Sicht“ (DFG-GRK 1576).[3]
  • Seit 2013 Wahlmitglied der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Frankfurt (seit 2020 wissenschaftlicher Beirat).
  • Von 2016 bis 2019 zusammen mit Svend Hansen Sprecher des LOEWE-Schwerpunkts “Prähistorische Konfliktforschung”.[4]

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