Westlandsturmvogel

Der Westlandsturmvogel (Procellaria westlandica) ist ein Seevogel, der in Neuseeland nistet. Er ist einer der wenigen erdbrütenden Seevögel Neuseelands, die trotz menschlicher Ausbeutung und eingeschleppter Raubtiere bis in die heutige Zeit überlebt haben.

Westlandsturmvogel

Westlandsturmvogel (Procellaria westlandica)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel
Gattung: Procellaria
Art: Westlandsturmvogel
Wissenschaftlicher Name
Procellaria westlandica
Falla, 1946

. . . Westlandsturmvogel . . .

Der Westlandsturmvogel erreicht eine Größe von 50 bis 55 cm und eine Flügelspannweite zwischen 135 und 140 cm. Das Gewicht liegt bei 800 bis 1200 g.[1] Größe und Gewicht können von Vogel zu Vogel stark variieren, wobei Männchen allgemein größer und schwerer werden als ihre weiblichen Artgenossen. Durch den fassförmig wirkenden Körper und die hohe Stirn entsteht der Eindruck eines großen, massigen Vogels. Die Flügel sind im Verhältnis zum Körper recht lang, der Schwanz für einen Sturmvogel typisch kurz. Der hakenförmige, zum Greifen schlüpfriger Beute geeignete Schnabel ist bei Männchen größer als bei Weibchen. Seine Grundfarbe ist ein sehr blasses Gelb bis Perlweiß, mit schwarzer Spitze, Nasenröhren und Oberseite. Das Gefieder zeigt ein mehr oder weniger einheitliches, dunkles Schwarz-Braun, lediglich am Kinn findet sich bei einigen Exemplaren ein weißer Fleck. Liegt die letzte vollständige Mauser schon länger zurück, können die Konturfedern abgenutzt und hell gerändert wirken. Von Oktober bis Dezember sehen viele Exemplare dann, mit Ausnahme der dunkel bleibenden Arm- und Handschwingen, bräunlicher und blasser aus als während des restlichen Jahres. Die Unterseite der Schwungfedern reflektiert Licht stärker als das übrige Gefieder, was zur Folge hat, dass diese Federn je nach Lichtverhältnissen blasser als das übrige Federkleid aussehen können. Das Jugendkleid ist kaum vom Gefieder der Adulten zu unterscheiden. Jungvögel sind daher noch am ehesten an ihren kleineren Schnäbeln zu erkennen. Das Flugbild ist bei ruhigen Wetterverhältnissen durch lange Gleitflüge in niedrigen Höhen und schwere, langsame Flügelschläge geprägt. Im Gleitflug werden die Flügel in einer typischen, leicht herabhängenden Haltung gehalten. Bei stärkerem Wind fliegen die Vögel schneller, jedoch weiterhin mit möglichst wenigen, energiesparenden Flügelschlägen und langen, bogenförmigen Gleitpassagen.[2]

Bruthöhlen des Westlandsturmvogels

Der Vogel verbringt die meiste Zeit über dem Südpazifik zwischen Australien und Südamerika, Land sucht die Art nur für das Brutgeschäft auf. Zwischen November und März ist der Großteil der globalen Population vor den Küsten Chiles und Süd-Patagoniens zu finden. Westlandsturmvögel gehören zu den Arten, die regelmäßig Fischerbooten auf deren Fangtouren folgen und sich zumindest teilweise von über Bord geworfenen Fischabfällen und Beifang ernähren. Besonders häufig sind sie bei Booten zu finden, die Jagd auf Hokis (Macruronus novaezelandiae) machen.[2] Ansonsten besteht die Ernährung vorwiegend aus Kopffüßern (Teuthowenia– und Histioteuthis-Arten) und Fischen (vor allem Goldlachse). Seltener werden auch diverse Krustentiere erbeutet. Die Beute wird dabei vorwiegend an der Wasseroberfläche gefangen, gelegentlich aber auch in geringen Tiefen tauchend verfolgt. Die Nahrungssuche erfolgt entweder allein oder in kleineren, losen Schwärmen, zu denen sich auch Vertreter anderer Sturmvogel-Arten gesellen können.[1] Befinden sich die Vögel in der Mauser, verbringen sie einen Großteil des Tages auf dem Wasser sitzend und fliegen nur bei größeren Störungen auf. Während der Brutzeit können große Schwärme von Westlandsturmvögeln in den Abendstunden auf dem Meer vor ihrem Brutgebiet gesichtet werden, wo sie darauf warten, dass es dunkel genug wird, um sicher zu den Brutplätzen fliegen zu können.[2] Die derzeit 29 bekannten Brutkolonien der Art befinden sich alle in einem Gebiet zwischen dem Punakaiki River und dem Waiwhero Creek im Westen der neuseeländischen Südinsel. Westlandsturmvögel nisten in Erdlöchern, die sie in Hügeln in der Nähe der Küste graben. Die meisten Kolonien bestehen aus weniger als 50 Nestern, einige weisen aber auch bis zu 1000 Nester auf, die allerdings nicht alle in derselben Saison aktiv sind. Insgesamt brüten jedes Jahr schätzungsweise 3000 bis 5000 Paare, die aus knapp 19.000 verfügbaren Bruthöhlen wählen können.[3] Die Küken schlüpfen etwa in der Zeit von Juli bis August, also im Winter der Südhalbkugel; sie werden dann bis November gefüttert. Die Geschlechtsreife erlangen Westlandsturmvögel erst im Alter von 10 bis 14 Jahren, kehren jedoch dennoch während der Brutzeit schon nach drei bis fünf Jahren erstmals zu den Kolonien zurück.[1]

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