Maryland

Maryland ist ein Bundesstaat an der Atlantikküste der USA der Vereinigten Staaten von Amerika und ist auch unter den Beinamen „Old Line State“ und „Free State“ bekannt. Landflächenmäßig ist Maryland der achtkleinste Bundesstaat. Um ihn komplett zu durchfahren, etwa von Ocean City nach Oakland, braucht man mit dem Auto 5½ Stunden.

Lage
Flagge
Kurzdaten
Hauptstadt Annapolis
Währung USD
Fläche 32,133 km²
Bevölkerung 5,773,552
Sprachen Englisch
Telefonvorwahl 227, 240, 301, 410, 443, 667
Zeitzone Eastern Standard Time (Sommer: UTC -4 (MEZ-5) Winter: UTC -5)

Maryland grenzt im Norden an Pennsylvania und im Osten an Delaware. Im Südwesten grenzt es an Virginia und Washington, D.C., im Westen an West Virginia. Im Osten umrahmt Maryland die tief ins Land hineinleckende Chesapeake Bay, die sich nach Süden zum Atlantik öffnet.

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Westen:
Das stille Binnenland von Maryland, am Rande zu Pennsylvania.
Hagerstown·Cumberland
Hauptstadtregion:
Das dicht besiedelte Umland von Washington, D.C. Hier liegen die vier – nach Baltimore – größten Städte von Maryland.
Frederick·Rockville·Gaithersburg·Bowie
Süden:
Das wassernahe und ländliche Gefilde zwischen Potomac River und Chesapeake Bay.
Saint Mary’s City
Zentrum:
Rund um die Metropole Baltimore und die (relativ kleine) Hauptstadt des Bundesstaates: Annapolis.
Westminster·Aberdeen·Havre de Grace·Brunswick
Ostküste:
Die dünn besiedelte Delmarva-Halbinsel im Osten der Chesapeake Bay. An der Ostseite der Halbinsel besitzt Maryland ein 50 km langes Stück Atlantikküste mit jeder Menge Strandleben.
Salisbury·Cambridge
In Stevensville, Kent Island

Die in der Chesapeake Bay gelegene Kent Island ist die größte Insel im Bundesstaate. Die Briten haben hier 1631 Kent Fort errichtet, ihren ersten Stützpunkt auf dem heutigen Staatsgebiet von Maryland. Von der Festung ist nichts erhalten geblieben, aber die Hauptorte Stevensville und Chester ziehen im Sommer manche Besucher an. Brücken verbinden die Insel mit beiden Seiten der Bucht.

Henrietta Maria von Frankreich (1609–1669), die Namensgeberin

Das ursprünglich von Algonquin und im Norden von Irokesen besiedelte Land war von 1632 bis 1776 eine der 13 Kolonien, die die Britische Krone in Nordamerika einrichtete. Die nach der französischen Ehefrau des britischen Königs Karls I. benannte Provinz wurde in den ersten 43 Jahren von Cecil Calvert, 2nd Baron Baltimore verwaltet, der hier vornehmlich Katholiken ansiedeln wollte. Katholiken waren in Großbritannien und in den übrigen Kolonien wenig gelitten und Baltimore wollte ihnen eine sichere Zuflucht bieten, scheiterte damit letztlich aber.

Die erste dauerhafte britische Siedlung entstand 1642 im Süden von Maryland in St. Mary’s City. Die Tabakindustrie bescherte der Kolonie einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Noch vor dem Ende der Kolonialzeit ging die Tabakproduktion jedoch zurück und wich einer Mischökonomie; Sklaverei existierte in Maryland zwar, hat hier aber nie eine so große Rolle gespielt wie bei den südlichen Nachbarn. Landstreitigkeiten mit Pennsylvania wurden 1763–1767 durch Ziehung der Mason-Dixon-Line beseitigt, die seitdem auch die Nord- von den Südstaaten scheidet und Maryland den Spitznamen „Old Line State“ eingetragen hat. 1776 sagte Maryland sich von Großbritannien los und schloss sich den Vereinigten Staaten an. Der heutige District of Columbia mit der Hauptstadt Washington verdankt seine Existenz zur Hälfte einer Landspende des jungen Bundesstaates Maryland.

Harriett Tubman (1911)

Im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861–1865) kämpfte die Mehrheit der in Maryland rekrutierten Soldaten auf der Seite der Union; knapp ein Viertel jedoch war Teil der konföderierten Armee. Die historisch wichtige Schlacht am Antietam (bei Sharpsburg, 1862) ging unentschieden aus und brachte beiden Seiten schwere Verluste. Harriett Tubman (ca. 1820–1913), eine ehemalige Sklavin, leistete in dieser Zeit bedeutende Beiträge zum Aufbau der Underground Railroad, eines weitgespannten Netzwerkes, das Sklaven aus dem Süden bei der Flucht in den Norden unterstützte.

Baltimore wurde in 19. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Industrie- und Hafenstädte der USA, hat in den 1960er Jahren jedoch einen wirtschaftlichen und sozialen Absturz erlebt, von dem es sich bis heute nicht erholt hat. Jeder fünfte Einwohner der Stadt lebt unter der Armutsgrenze. Noch immer haben in Maryland einige große Firmen ihr Headquarter, darunter die Rüstungs- und Technologieunternehmen Northrop Grumman und Lockheed Martin und die Hotelkette Marriott International. Die überwältigende Mehrzahl der Arbeitsplätze liegt in Maryland heute jedoch im Dienstleistungssektor, gefolgt von solchen beim Militär. Viele Orte in Montgomery County und Prince George’s County sind faktisch Vorstädte von Washington, D.C. geworden. In politischer Hinsicht ist Maryland ein „blauer“ Bundesstaat, d. h. die Einwohner wählen eher demokratisch als republikanisch.

Berühmte Persönlichkeiten, die in Maryland geboren sind oder hier gelebt haben, sind die Schriftsteller Edgar Allen Poe, Dashiell Hammett, Upton Sinclair und John Barth, die Sänger Billie Holiday und Frank Zappa, die Schauspieler Goldie Hawn und David Hasselhoff und die Sportler Babe Ruth und Michael Phelps. Must-reads für Bücherwürmer, die Maryland besuchen wollen, sind Das Schweigen der Lämmer (Thomas Harris) und Mason & Dixon (Thomas Pynchon) sowie die Werke von John Barth und Ronald Malfi. Filmfans schauen zur Einstimmung vielleicht Maryland (1940), The Mating Game (1959), Patriot Games (1992), True Lies (1994), Eraser (1996), Shadow Conspiracy (1997), Enemy of the State (1998), The Blair Witch Project, Runaway Bride (beide 1999), Traffic (2000), Swimmers (2005), Live Free or Die Hard (2007), Red (2010) oder The Bourne Legacy (2012).

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