Der Junge, der Ripley folgte

Der Junge, der Ripley folgte (OT: The Boy Who Followed Ripley) ist ein Kriminalroman der US-amerikanischen Autorin Patricia Highsmith aus dem Jahr 1980. Er ist der vorletzte Teil der fünfteiligen Ripliade um den Protagonisten Tom Ripley, die mit dem Buch Der talentierte Mr. Ripley (1955) ihren Anfang nahm. Die deutsche Übersetzung erschien im selben Jahr im Schweizer Diogenes Verlag.

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Tom Ripley lebt noch immer – wie schon in Ripley Under Ground – in dem französischen Dorf Villeperce-sur-Seine nahe Paris. Er ist mit der reichen Erbin Héloise Plisson verheiratet und verbringt seine Tage mit Malen, Gartenarbeit, Cembalounterricht und Müßiggang auf dem prachtvollen Landsitz Belle Ombre. In seinem Stammcafé lernt er eines Tages einen 16-jährigen amerikanischen Teenager kennen, der sich als „Billy“ ausgibt und behauptet, den Sommer in Europa als Gärtner zu verbringen. Tom lädt den Jungen zum Essen ein, hat jedoch seine Zweifel, was die wahre Identität des Jungen anbelangt. Tatsächlich gesteht ihm dieser rasch, dass er, Frank, der Sohn des millionenschweren Lebensmittelgroßhändlers John Pierson sen. sei, der vor wenigen Wochen mit seinem Rollstuhl tödlich verunglückte. Die Familie Pierson sucht bereits via Zeitung und Privatdetektiv nach dem verschwundenen Frank. Als Tom den Jungen abends vor seinem Untermietzimmer absetzt und die Hauswirtin berichtet, dass fremde Leute nach Frank gefragt hätten, hegt Tom den Verdacht, dass der Milliardärssohn bereits von internationalen Kidnappern observiert wird, die Lösegeld erpressen wollen, und quartiert ihn im Handumdrehen bei sich zu Hause ein.

Die beiden freunden sich an und tränenüberströmt gesteht Frank Tom nach wenigen Tagen, dass er seinen Vater absichtlich die Klippen vor dem Sommerhaus der Familie in Maine hinuntergestoßen habe. Tom Ripley erkennt sich in dem Jungen selbst wieder und erinnert sich an seinen ersten Mord an Dickie Greenleaf. Er beschließt ihm zu helfen und besorgt ihm einen falschen Pass auf den Namen Benjamin Andrews. Da er sicher ist, dass Frank in Europa von Gangsterbanden gejagt wird, möchte er, dass der Junge schnell in die USA zurückkehrt, zumal er dort nicht offiziell des Mordes an seinem Vater verdächtigt wird. Er verspricht ihm einen Ausflug nach West-Berlin; von Deutschland aus soll Frank dann nach Hause fliegen. Die beiden verleben schöne Tage in Berlin.

Einen Tag vor Franks Abreise nach New York gehen sie am Trümmerberg im Grunewald spazieren, als Frank von einigen Männern in einem dunkelblauen Audi entführt wird. Tom muss dem hilflos zuschauen, doch er wendet sich sogleich an einen Berliner Bekannten seines Freundes Reeves Minot, Eric Lanz, den er vor wenigen Wochen eine Nacht lang in Belle Ombre beherbergt hatte. Gemeinsam mit Eric und dessen Fahrer und Bodyguard Peter, einem geflohenen Ost-Berliner, will er Frank aus den Klauen der Entführer befreien. Ripley nimmt Kontakt mit der Familie Pierson und ihrem Privatdetektiv in Paris auf. Er hebt das Lösegeld ab, das die Piersons nach Berlin schicken, und begibt sich mit Eric und Peter zur Geldübergabe. Die Entführer verhalten sich amateurhaft. Mit Peters Pistole erschießt Tom einen Kidnapper und die Übergabe scheitert. In der Schwulenbar Hump soll es zu einem erneuten Treffen kommen. Ein weiterer Freund Erics, Max, verschafft Tom Frauenkleider, und dieser schleicht sich als Transvestit verkleidet in die Bar und schafft es, die Kidnapper zu identifizieren. Er folgt ihnen, als diese erneut ohne Geld abziehen. Er kann den unverletzten Frank aus einer Wohnung befreien und reist gemeinsam mit dem Jungen über Hamburg, Paris – wo es zum Zusammentreffen der Familie kommt – und Belle Ombre zurück nach Amerika. Tom wird von den Piersons als Retter gefeiert und verbringt einige Tage in Kennebunkport (Maine) im Sommerhaus der Piersons. Doch Frank ist schwermütig und stürzt sich schließlich an derselben Stelle, wo er seinen Vater umgebracht hatte, selbst in den Tod. Tom nimmt der Zwischenfall mehr mit, als er je gedacht hätte. Er kehrt nach Villeperce zurück und behält als Andenken an den Jungen einen Teddybären, den Frank in Berlin auf einem Jahrmarkt gewonnen hatte.

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