Sues

Sues bzw. Suez (arabisch: السويس, as-Suwais, gesprochen: es-Swēs, französisch: Suez, das antike Arsinoë, Kleopatris, Clysma oder el-Qulzum) ist eine ägyptische Stadt am Nordende des Golfs von Sues bzw. am südlichen Ende des Sueskanals. In der sechstgrößten Stadt Ägyptens leben etwa 485.000 Einwohner (2006). [1]

Die Al Salam Carducci im Hafen von Sues
Sues · Suez ·السويس
Gouvernement Sues
Einwohner
485.342 (2006)
Höhe
11 m
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Lage
Lagekarte von Ägypten
Sues

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Stadtplan von Sues

Sues befindet sich am Südende des Sueskanals im am Nordende des Golfs von Sues und ist etwa 135 Kilometer von Kairo entfernt. Im Westen der Stadt befindet sich das ʿAtāqa-Gebirge, im Osten die Ausläufer des asiatischen Küstengebirges. Im Nordosten mündet der Ismailiya-Kanal, der Süßwasserkanal aus dem Nildelta. Hier befinden sich Schleusenwerke, da dessen Wasserspiegel 2 Meter über dem Spiegel des Roten Meeres liegt.

Im Gegensatz zu Ismailia und Port Said ist Sues eine alte Stadtgründung. In einer Inschrift Ptolemaios’ II. Philadelphos (Regierungszeit 285–246 v. Chr.), der sog. Pithom-Stele,[2] berichtete er, dass er für seine Schwester Arsinoë II. (um 316–270 v. Chr.) eine Stadt errichtete, die er nach seiner Schwester Arsinoë, das spätere Kleopatris oder Clysma (Klysma, Kleisma, griechisch: Κλυσμα, Κλεισμα), benannte. Die Stadt befand sich am Ende des Kanals vom Nil, den Ptolemaios II. 270/269 v. Chr. wiederherstellen ließ (siehe unter Sueskanal), unmittelbar nördlich des heutigen Sues im Bereich des Hügels Kōm el-Qulzum. In der Stadt wurden ein Heiligtum errichtet und mehrere Götterstatuen aufgestellt.

Möglicherweise gab es hier bereits vorher eine Ansiedlung seit dem Neuen Reich. Auf dem Hügel Kōm el-Qulzum im Norden der Stadt wurden nämlich zwei Steinblockfragmente eines Bauwerks Ramses’ II. gefunden.[3] Für den Schutz und die Unterhaltung des Kanals wäre eine Ansiedlung am Kanalende wichtig.

Unter den Arabern wurde die Stadt weitergenutzt. Sie hieß nun el-Qulzum (arabisch: القلزم) und wurde vom arabischen Historiker Abu el-Fidāʾ (1273–1331) als Ausgangspunkt für eine Weitereise von Pilgern nach eṭ-Ṭōr bzw. Mekka genannt. Problematisch war die Wasserversorgung. Im Bereich von el-Qulzum gab es nur eine Süßwasserquelle, was letztlich zum Niedergang der Siedlung führte.

Nach el-Maqrīzī (1364–1442) fiel die Gründung des heutigen Sues ins 11. Jahrhundert (5. Jahrhundert AH).[4] Im Mittelalter begann der Aufstieg der Stadt als Hafen für Pilgerreisen nach Mekka und Medina und als Handelsplatz für Beduinenstämme. Die Stadt war über Karawanenrouten von Kairo aus und über das Wādī et-Tīh erreichbar. In osmanischer Zeit erhielt Sues eine Festung, die mittlerweile verfallen ist, und die Stadt wurde zum Hafen der Seestreitkräfte ausgebaut. Für die Unterstützung dieser Streitkräfte wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts Schiffbauunternehmen angesiedelt.

Ein weiterer Bedeutungszuwachs gelang der Stadt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Stadt entwickelte sich nach Alexandria zum wichtigsten Handelszentrum Ägyptens. 1838 wurde Sues an die Poststraßen nach Kairo und Alexandria angebunden, und Sues diente als Ausgangspunkt für die Dampfschifffahrt nach Bombay. 1858 wurde eine Eisenbahnlinie zwischen Kairo und Sues vollendet. Eine weitere Bahnverbindung von ez-Zaqāzīq über Ismailia wurde 1868 fertiggestellt. In der Folge der Eröffnung des Sueskanals am 16. November 1869 wurden im Süden der Stadt die beiden Hafenanlagen Port Ibrāhīm und Port Taufīq angelegt.

Vor dem Kanalbau lebten in Sues wohl nicht mehr als 1.500 Menschen. 1885 bzw. 1927 wurden bereits 11.169 bzw. 39.166 Einwohner gezählt.[5] Das Wachstum der Bevölkerung konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht am wirtschaftlichen Aufstieg von Port Said und Ismailia teilhaben konnte.

In den 1960er-Jahren nahmen Öltransporte durch den Sueskanal zu, was der Stadt einen Boom bescherte. Das Wirtschaftsleben kam aber durch verschiedene Kriege immer wieder zum Erliegen. Während der Sueskanal-Krise 1956 gab es nur wenige Zerstörungen. Während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 und des Oktober-Kriegs (Yom-Kippur-Krieg) 1973 wurde die Stadt zeitweise vollständig evakuiert. 1973 waren 70–80 % der Stadt zerstört. Von diesen Zerstörungen erholte sich die Stadt nur langsam. 1960 lebten in der Stadt etwa 120.000 Einwohner, 2008 dann aber schon 529.000 Einwohner.

Neben den Einnahmen aus dem Hafenbetrieb leben heutzutage die Einwohner von der Arbeit in Erdölraffinerien, petrochemischen, Eisen und Aluminium verarbeitenden und Kunstdüngerfabriken. Die Raffinerieprodukte werden über eine Pipeline nach Kairo transportiert.

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