Frauen im alten China

Von der Frühzeit Chinas bis zum Ende des Kaiserreichs China 1911 waren Frauen in der traditionellen chinesischen Gesellschaft von der sozialen Teilhabe weitgehend ausgegrenzt.

Die chinesische Geschichte kannte zwar durchaus herausragende und sogar mächtige Frauen, doch nach der traditionellen Geschlechterrolle der Frau sollte sie innerhalb ihres Heims bleiben und nur dort arbeiten, möglichst ungebildet sein und sich den männlichen Familienmitgliedern unterordnen. Die Lehren des staatstragenden Konfuzianismus, die sich im Laufe der Zeit verhärteten, werden als wichtigster Faktor in der Unterdrückung der Frau wahrgenommen. In einer viele Jahrhunderte währenden Entwicklung wurden Frauen allmählich weiter degradiert: Sie durften keinen Besitz haben, mussten sich die Füße verstümmeln und wurden nicht als eigenständige Personen, sondern sogar als Handelsware betrachtet. Zwar gab es innerhalb der Kulturen Chinas durchaus Ausnahmen sowie auch staatliche Reformversuche, doch substantielle Verbesserungen in der Situation der Frau kamen erst mit der chinesischen Revolution.

. . . Frauen im alten China . . .

Chinesischer Radikal 38
Frühes Schriftzeichen
Historische und aktuelle Schreibweise von 女 (nǚ): „Frau, weiblich“

Die Sinologie beschäftigt sich bis heute vor allem mit absichtlich überlieferten, oft amtlichen Schriftquellen, welche kontemporärer (Selbst-)Zensur, bewusster Auswahl des literarischen Materials und sogar Geschichtsrevisionismus unterlagen. Entsprechend tendierten von Männern verfasste, didaktisch orientierte absichtliche Überlieferungen zum Thema Frauen, zum traditionalistischen Moralisieren und zur unmittelbaren Bewertung guter und schlechter Frauentypen. Zur differenzierten Betrachtung sind darum auch Kunstwerke, Bauten, Grabanlagen, Geräte und Kleidungsstücke heranzuziehen.[1] Auch gebildete Frauen waren zwar literarisch tätig, diese Zeugnisse sind aber in recht geringer Zahl überliefert und noch unzureichend erforscht.

Im Zeitraum von etwa dem 10. Jahrhundert v. Chr. bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus herrschte in China ein traditionelles Frauenbild, das sich angesichts eines langen Betrachtungszeitraums in seiner Überlieferung vergleichsweise homogen zeigt. Im 20. Jahrhundert änderte sich die Rolle der Frau im modernen China rapide und sogar mehrfach im Zuge der „Frauenbefreiung“.[2]

Wenn die chinesische Literatur bis zum Ende des Kaiserreichs in vier Textgattungen unterteilt wird (juristische, pädagogische, poetische und explizite Schriften) und diese Textgattungen getrennt ausgewertet werden, so ergibt sich die Tendenz, dass die Frau immer mehr als Bedrohung der männlichen Domäne dargestellt wurde, welcher mithilfe sukzessiver Einschränkungen ihrer Rechte „entgegengewirkt“ wurde. Diese Entwicklung mag nicht immer gleich stark ausgeprägt gewesen sein und lief mutmaßlich nicht bewusst ab. In der Forschung zu diesem Thema wird vor einer Verallgemeinerung zur Lage der Frau gewarnt, da die vorliegenden Quellen nicht immer zuverlässig sind und nur selten ein gesamtgesellschaftliches Bild erlauben.[3] Dementsprechend sind Zeugnisse zum Frauenbild abhängig von Zeitperiode, Volksgruppe, Religionsangehörigkeit und sozialer Schicht, wobei die literarischen Quellen die Sichtweise der gebildeten Oberschicht repräsentieren.

. . . Frauen im alten China . . .

Dieser Artikel stammt von der Website Wikipedia. Der Originalartikel kann etwas gekürzt oder modifiziert sein. Einige Links wurden möglicherweise geändert. Der Text ist lizenziert unter “Creative Commons – Attribution – Sharealike” [1] und ein Teil des Textes kann auch unter den Bedingungen der “GNU Free Documentation License” [2] lizenziert werden. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie unseren rechtlichen Seiten zu . Weblinks: [1] [2]

. . . Frauen im alten China . . .

Previous post Hieracium albiflorum
Next post Peter Walter (Theologe)