Wādī el-Ubeiyiḍ

Das Wadi el-Ubaiyid (auch Wadi Obeiyd, Wadi el-Obeiyd, Wadi al-Ubayyid, arabisch: وادي الأبيض, Wādī al-Ubaiyiḍ, „Weißes Tal) ist ein von Ost nach West verlaufendes Tal nördlich des el-Quss-Abū-Saʿid-Plateaus und eine bedeutsame archäologische Stätte im Bereich der Senke el-Farāfra. Es ist etwa 50 Kilometer nordwestlich von der Stadt el-Farāfra entfernt und befindet sich teilweise noch in der Pufferzone des Nationalparks Weiße Wüste.

Kalksteinfelsen mit der Wādī-el-Ubeiyiḍ-Höhle
Wādī el-Ubeiyiḍ ·وادي الأبيض
Gouvernement Neues Tal
Höhe
89 m
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Lage
Lagekarte des Neuen Tals in Ägypten
Wādī el-Ubeiyiḍ

. . . Wādī el-Ubeiyiḍ . . .

Im Bereich des Wadis befinden sich wichtige archäologische Stätten, die eine Besiedelung seit dem mittleren und späten Holozän (6000–5000 v. Chr.) belegen. Während der Feuchtphasen im Holozän entstand hier im Wadi ein flacher, aus Niederschlägen entstandener und so nur zeitweilig vorhandener See (Playa-See).

Im Süden des Sees, im sog. Hidden Valley (Verstecktes Tal), wurden Jäger und Sammler teilweise sesshaft.

Seit 1988/1989 finden hier Grabungen unter Leitung von Barbara E. Barich von der römischen Universität „La Sapienza“ statt.[1] Auf etwa zwölf Quadratkilometern wurden Steinwerkzeuge, Feuerstellen (Herde) und Steingründungen von Hütten gefunden, die meist aus dem mittleren Holozän stammten.

In der vorgefundenen Siedlung lebten etwa 50 bis 75 Personen. Auch wenn der Wildfang noch von Bedeutung war, so begannen sie hier auch mit Gartenbau und Viehzucht. Es wurde Hirse angebaut und Schafe, Ziegen, vielleicht auch Hasen, Rinder und Strauße gezüchtet. Die Funde ließen sich auf die Zeit um 5.800 v. Chr. datieren und sind so die frühesten Beispiele von Landwirtschaft in der Senke el-Farāfra.

Die Steinwerkzeuge wie Sicheln, Messer, Meißel bestanden aus braunem Feuerstein. Keramik wurde nicht vorgefunden. Zu den Funden gehören auch Schalen von Straußeneiern, die wohl auch als Gefäße verwendet wurden. Ein weiterer wichtiger Fund ist der einer Tonfigur einer Frau, wie sie für die Badārī-Kultur typisch ist (El-Badārī ist ein Ort im Niltal mit bedeutenden frühgeschichtlichen Funden. Der Ort gab den Namen für diese Zeitepoche).

Ein weiterer wichtiger Fundort ist die dekorierte sog. el-Ubeiyiḍ-Höhle, die wohl für Ritualhandlungen benutzt wurde.

Diese archäologische Stätte ist die wohl bedeutendste der Senke, sicherlich auch wegen der Tatsache, dass sie bereits archäologisch erforscht wurde. Weitere archäologische Stätten aus der römischen und koptischen Zeit befinden sich in ʿAin Bisāi und ʿAin Gallaw im Süden der Stadt el-Farāfra.

Es gibt zwei Anreisemöglichkeiten. Die erste führt von der Stadt el-Farāfra bis zur Militär-Kontrollstelle (Checkpoint) bei 27.24972228.083056127° 14′ 59″ N28° 4′ 59″ OMilitär-Kontrollstelle bei el-Farafra. Von hier aus führt eine teilweise asphaltierte Piste nach Westen, die aber über weite Strecken versandet ist.

Die zweite, aber schlechtere Piste beginnt im Westteil des Nationalparks Weiße Wüste bei der Felsformation el-Qabūr am Track 3 und führt ebenfalls nach Westen. Beide Pisten treffen sich etwa im Bereich des Hidden Valleys.

Um das Gelände aufsuchen zu können, benötigt man eine behördliche Genehmigung der Militärverwaltung. Es ist möglich, dass die Anreise in Begleitung durch einen Polizisten oder Soldaten erfolgen muss. Zumindest für den Teil der Route bis zur el-Ubeiyid-Höhle kann man die Genehmigung auch von der Polizei in el-Bāwīṭī (el-Baḥrīya) erhalten.

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