Münzprägung

Die Münzprägung, heute meist in einer Münzprägeanstalt gemäß dem Münzrecht auf Anweisung einer Zentralbank, ist ein mechanischer Vorgang, um Münzen oder Medaillen durch Druck eine offiziell festgelegte, verbindliche und wertstiftende Form zu geben. Hierbei wird ein Münzrohling mit Prägestempeln in die gewünschte Form gebracht. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war die Münzprägung reine Handarbeit (Hammerprägung). Heute produzieren Prägemaschinen 20.000 Münzen pro Minute. Bedeutende Schritte auf dem Weg zur modernen Produktion sind das Klippwerk, die Walzenprägung, das Taschenwerk, das Balancier, die Kniehebelpresse sowie die Ringprägung. Die Entwicklung der Prägetechniken ist neben zunehmend höherer Prägegeschwindigkeiten auch von einem Bemühen um eine zunehmende Standardisierung des Münzbildes und der Größe der Exemplare einer Münzsorte gekennzeichnet.

Stater, Lydien, frühes 6. Jhdt. vor Christus
PorträtKaiser Konstantins (links), Vorderseite eines SilberMedaillons, geprägt 313 in Ticium (Pavia). Am Helmbusch ein Christogramm

Die auf Münzen aufgeprägten Motive und Schriften bezeichnet man als Gepräge (im weiteren Sinne auch ein Ausdruck für Münze, Medaille oder Marke).[1]

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Hemilitron aus Syrakus mit Gusskanalresten, ca. 405–400 v. Chr.
Handspindelpresse (Balancier)
Prägemaschinen, Tafel aus Brockhaus, Artikel Münzwesen. Brockhaus’ Conversations-Lexikon, 11. Band. 13. Auflage Leipzig 1885, Seite 942 f.

Die ersten nachgewiesenen Funde sind ionische Münzprägungen (7. Jh. v. Chr.) und wurden aus Elektron gefertigt. Ein Stück Metall wurde mit einem Meißel gestanzt. Ab ca. 650 v. Chr. wurden die Münzen kunstvoller und bekamen einfache Motive wie Löwenkopf und dergleichen (Stater). Ab diesem Zeitpunkt wurden dann Stempel zum Prägen eingesetzt.[2]

Zuvor mussten Schrötlinge gefertigt werden. Es wird angenommen, dass die Schrötlinge für Kurantmünzen einzeln gegossen wurden, bevor sie geprägt wurden. In der erst um 400 v. Chr. einsetzenden Prägungen von Bronzemünzen wurden vermutlich mehrere Schrötlinge gemeinsam gegossen und anschließend vom Gussstrang abgebrochen oder abgekniffen.[3] Die frühen Bronzemünzen der Römischen Republik wurden nur gegossen und auf eine Prägung anschließend verzichtet.

Die Münzprägung erfolgte von der Antike bis zur frühen Neuzeit (Mitte des 16. Jahrhunderts) mit kaum veränderter Prägetechnik von Hand. Insbesondere wurde die Hammerprägung mit Ober-, Unterstempel und Hammer angewandt (siehe Abb.). Eine Person legt hier im einfachsten Fall einen Münzrohling zwischen fixierten Unterstempel und mit der Hand gehaltenem Oberstempel. Eine verbesserte Hammerprägung lässt sich insbesondere für größere Münzen erreichen, wenn der Oberstempel während des Hammerschlags von einer zweiten Person mit einer Flachzange gehalten und ausgerichtet wird. Eine besondere Form der Hammerprägung wurde bei den sehr dünnen mittelalterlichen Brakteaten eingesetzt, die zu mehreren ohne Unterstempel in eine Leder- oder Bleiunterlage geschlagen wurden. Brakteaten sind daher nur einseitig geprägt.

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