Thirayuth Boonmee

Thirayuth Boonmee (thailändisch

ธีรยุทธ บุญมี, RTGS

Thirayut Bunmi, auch Boonmi geschrieben; * 10. Januar1950 in Nakhon Pathom[1]) ist ein thailändischer Sozialwissenschaftler, Publizist und ehemaliger Studentenaktivist. Er spielte eine führende Rolle beim Volksaufstand im Oktober 1973. Seit den 1990er-Jahren ist er einer der einflussreichsten und öffentlich präsentesten Intellektuellen des Landes.

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Thirayuth stammte aus einfachen Verhältnissen, sein Vater war ein Unteroffizier, seine Mutter verkaufte auf dem Markt Süßigkeiten.[2] Aufgrund seiner besonderen Begabung wurde er trotzdem an der renommierten Suankularb-Wittayalai-Schule aufgenommen, die er als Jahrgangsbester abschloss. Anschließend bestand er auch die Aufnahmeprüfung für die Universität mit dem landesweit besten Ergebnis.[3] Ab 1968 studierte Thirayuth Ingenieurwissenschaft an der Chulalongkorn-Universität.

Im August 1972 wurde er zum Generalsekretär des Nationalen Studentenzentrums von Thailand (NSCT) gewählt. Die Organisation war bis zu dieser Zeit eher im humanitären Bereich tätig, unter Thirayuths Führung mischte sie sich verstärkt politisch ein. Das Studentenzentrum protestierte unter Thirayuths Führung gegen die vermeintlich übermäßigen Einfluss Japans in der thailändischen Wirtschaft, die zu einem aufgeblähten Außenhandelsdefizit Thailands führte. Im November 1972 veranstaltete es einen Boykott japanischer Produkte, dem sich auch einzelne Politiker anschlossen.[4] Noch im Januar 1973 leugnete Thirayuth, dass das NSCT gegen die Regierung eingestellt wäre und distanzierte sich von der Studentenbewegung in westlichen Ländern: „In Amerika und Europa arbeiten Studenten daran, ihre Regierungen zu zerstören, während wir lediglich auf Fehler hinweisen wollen, sodass unsere politischen Führer sie korrigieren können.“[5]

In den folgenden Monaten kritisierte das Studentenzentrum aber zunehmend deutlich die langjährige Militärdiktatur des Ministerpräsidenten und Feldmarschalls Thanom Kittikachorn und seines Stellvertreters General Praphas Charusathien sowie den immer wieder verschleppten Verfassunggebungsprozess. Nach dem Ende seiner Amtszeit als Generalsekretär des NSCT initiierte Thirayuth mit anderen Studentenführern Mitte 1973 die „Gruppe Verfassungsaufruf“. Diese lancierte eine Petition für eine demokratische Verfassung, die von 100 Politikern und Intellektuellen unterzeichnet wurde.[6] Nachdem sie Flugblätter verteilt hatten, die die baldige Ausfertigung einer neuen Verfassung verlangten, wurde Thirayuth mit zwölf weiteren Aktivisten am 6. Oktober 1973 wegen „Aufwiegelung“ verhaftet. Gegen ihre Inhaftierung kam es ab dem 9. Oktober zu täglich anwachsenden Protesten auf dem Campus der Thammasat-Universität. Am 13. Oktober gab die Regierungsseite nach und entließ Thirayuth und die übrigen inhaftierten Oppositionellen aus der Haft. Die Proteste hatten aber eine Eigendynamik entwickelt und waren zum Volksaufstand angewachsen, den das NSCT nicht mehr aufhalten konnte.

Nach dem Sturz der Militärdiktatoren Thanom und Praphas am 14. Oktober 1973 wurde Thirayuth als prominenter Vertreter der Studentenbewegung in den verfassunggebenden Ausschuss eingeladen.[7] In der folgenden freiheitlich-demokratischen Phase gründete Thirayuth die radikal linke Gruppe „Volk für Demokratie“ (Prachachon phuea Prachathipatai), die sich an der Gründung der Sozialistischen Partei Thailands beteiligte.[8] Er verbreitete marxistische und maoistische Theorien und übersetzte E. L. Wheelwrights Buch The Chinese Road to Socialism ins Thailändische.[9] Zudem war Thirayuth Herausgeber der linken Zeitschrift Samakhi Surop („Vereint im Kampf“), die vor allem unter Studenten und Intellektuellen zirkulierte.[10]

Nach der Zerschlagung der Studentenbewegung im Massaker an der Thammasat-Universität am 6. Oktober 1976 floh Thirayuth wie viele Aktivisten in den Dschungel und schloss sich der illegalen Kommunistischen Partei Thailands (KPT) an, in deren Lagern er sich in den folgenden viereinhalb Jahren versteckt hielt. Nachdem die Regierung von Prem Tinsulanonda kapitulierenden KPT-Aktivisten eine Amnestie versprochen hatte, stellte sich Thirayuth im Februar 1981 den Behörden, um wieder ein ziviles Leben führen zu können. In Interviews und Artikeln griff er die KPT anschließend an.[11]

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