Lemvigbanen

Lemvigbanen (deutsch: Lemvigbahn, offiziell Vemb-Lemvig-Thyborøn Jernbane, VLTJ) ist eine normalspurigePrivatbahn im Nordwesten Jütlands in Dänemark. Die Strecke ist eingleisig und nicht elektrifiziert.

Vemb–Lemvig–Thyborøn Jernbane
Streckenverlauf
Streckenverlauf
Kursbuchstrecke: 93
Streckenlänge: 59,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h
0,0 Thyborøn St. (Thyborøn Havn, seit 1924)
0,2 zum Hafen
(bis 23. August 1955)
1,2 Thyborøn Kirke (Thyborøn station, Hst. seit 1924, “Kirke” seit 1990)
1,8 Sprogøvej (seit März 1982)
2,7 Thyborøn Færge (seit 21. Juni 1971, Fähre nach Agger)
Harboøre Tange
von der Chemiefabrik Cheminova
6,7 Rønland(ab 23. August 1955)
Knopper(bis 23. August 1955)
Harboøre Tange
Langerhuse (4. August 1923 bis 23. August 1955)
(bis 23. August 1955)
10,9 Harboøre
13,8 Vrist(Bhf bis 1. Februar 1961, dann Fahrkartenverkaufsstelle mit Ladegleis)
(Ladegleis 1965 entfernt, seit 1. Sept. 1977 Hst.)
16,0 Vejlby Nord
16,6 Victoria street station (13. November 1923 bis Mai 1991 als Vejlby Stoppested)
(Bedarfshaltestelle mit Haltewunschscheibe)
18,0 Strande
19,7 Nejrup(bis 9. September 1900 und ab 1. Juli 1924)
21,9 Klinkby
23,3 Houmaa(bis September 1900)
24,7 Balleby(Fahrkartenverkaufsstelle bis 1923, Ladegleis bis 1970)
0,0
28,9
Lemvig
geplante Bahnstrecke Lemvig–Struer
1,5 Lemvig Havn (Museumsverkehr)
31,4 Armose(1. Oktober 1902 – 25. Mai 1995 Lomborg)
33,3 Lomborg(1. Mai 1880 – 1. Oktober 1902)
34,3 Bonnet
38,2 Ramme
43,5 Fåre
45,7 Sinkbæk
48,4 Raakjær(1. Juli 1923 – 15. Mai 1928)
49,0 Bækmarksbro
51,8 Amstrup(seit 1. August 1903)
57,1 von Holstebro
57,4 Vemb
nach Ringkøbing
Lynette-Triebwagen, Cheminova-Fabrik im Hintergrund
MX 26 und Mx 41
Ym 15

Lemvigbanen fusionierte im Mai 2008 mit Odderbanen (Hads-Ning-Herreders Jernbane, HHJ). Die beiden Strecken, die über 100 Kilometer voneinander entfernt liegen, gehören seitdem zur Midtjyske Jernbaner A/S. Aktionäre von Midtjyske Jernbaner sind Midttrafik, Lemvig Kommune, Holstebro Kommune und einige kleinere Anteilseigner.

. . . Lemvigbanen . . .

Mit 59,5 Kilometern ist sie die längste dänische Privatbahnstrecke. Sie führt von Vemb an der Strecke HolstebroRingkøbing über Lemvig zum Hafenort Thyborøn. Zwischen Lemvig und Harboøre führt die Strecke unweit der Küste am Rand der Dünen entlang. Zwischen Harboøre und Thyborøn verläuft das Gleis auf einem Fahrdamm durch den Limfjord.

Lemvigbanen wurde vom dänischen Hydrogen Innovation & Research Centre als Pilotstrecke für die weltweit ersten Personenzüge mit Wasserstoffantrieb ausgewählt. Ab 2010 sollten auf der Strecke der VLTJ entweder die vorhandenen Triebwagen mit umgerüstetem Antrieb oder komplett neu entwickelte Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die Strecke wurde ausgewählt, weil das Fahrgastaufkommen und der Fahrplantakt so gering sind, dass eventuelle Betriebsstörungen keine großen Auswirkungen auf den Fahrplan hätten. Technisch gesehen war die Lage der Bahn ideal, da das Chemiewerk Cheminova den Wasserstoff erzeugen und die vielen Windkraftwerke in der Umgebung den benötigten Strom liefern konnten.[1] Das Projekt wurde aufgegeben.

Seit dem Sommer 2008 fanden umfangreiche Bauarbeiten zur Beseitigung von 30 als gefährlich eingestuften Bahnübergängen statt. Dabei handelte es sich größtenteils um ungesicherte Übergänge an Feldwegen. Zwischen Lemvig und Vrist wurden gleichzeitig mehrere gesicherte Bahnübergänge stillgelegt, so etwa an den Stationen Balleby und Nejrup. Dafür wurden Umgehungsstraßen zum nächstgelegenen Bahnübergang gebaut. Alle verbliebenen gesicherten Bahnübergänge wurden 2008 mit Schrankenanlagen ausgerüstet.

Die Bahn war zur Zeit ihrer Eröffnung Dänemarks erste Kleinbahn und wurde in sehr leichter Bauweise angelegt. Der Streckenabschnitt Vemb–Lemvig wurde am 20. Juli 1879, die Teilabschnitte Lemvig–Harboøre am 22. Juli 1899 und Harboøre–Thyborøn am 1. November 1899 eröffnet. Die Verlängerung nach Thyborøn wurde von ansässigen Fischern gefordert, die in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg viel Fisch ins Ausland, besonders nach Deutschland, exportierten. Der Staat förderte den Bau der Strecke, um die Anlage von Küstensicherungsbauwerken auf der Landzunge vor Harboør zu erleichtern. Der Hafen von Thyborøn wurde erst 1915–1918 angelegt. Die beiden Betriebe VLJ und LTJ fusionierten 1921 zur VLTJ.

Ursprüngliche Trasse der Lemvigbahn auf Harboøre Tange, wird heute als Radweg genutzt

Die Teilstrecke Harboør–Thyborøn verlief ursprünglich in den Dünen sehr nahe am Meer und wurde ab dem 23. August 1955 eineinhalb Kilometer ostwärts verschoben. Sie liegt auf dem neuen Schutzdeich, der gebaut wurde, um die Landzunge Harboøre Tange vor dem Durchbruch des Meeres zu schützen. Auf diesem Stück verläuft die Grüne Küstenstraße (181) parallel zur Bahn. Bei der Verschiebung der Bahnstrecke wurde der Bahnhof Knopper stillgelegt und der neue Bahnhof Rønland errichtet. Mit der Gründung der Chemiefabrik Cheminova auf der Harboøre Tange 1953 bekam die Bahn ihren mit Abstand wichtigsten Einzelkunden. Der Güterverkehr spielt heute bei der VLTJ, wie bei allen dänischen Bahnen, nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch ist der Bahnkörper in den späteren Jahrzehnten ausgetauscht und verstärkt worden. Am Ende der 1990er Jahre wurden Bahnsteige, Kreuzungsbahnhöfe und andere feste Anlagen überholt.

Die VLTJ galt immer als ein sehr kostenbewusstes Unternehmen. Bis zum Ende der 1990er Jahre fuhren noch die sogenannten „Dattelschachteln“ (Baureihe YBM, ursprünglich SJ Y6). Dies waren schwedische Triebwagen aus den 1950er Jahren, die nach einigen Jahrzehnten Dienst von den Schwedischen Eisenbahnen an dänische Privatbahnen verkauft wurden. Obwohl einmal ausgemustert, galten diese Schienenbusse als sehr betriebssicher. Die relativ modernen Lynette-Triebwagenzüge (dän. lyn = dt. „Blitz“) wurden bei der VLTJ erst später als auf anderen Privatbahnen eingesetzt. Während alle andere dänischen Privatbahnen inzwischen auf neues Material wechselten, kaufte die VLTJ einige der übrigen Lynette-Zügen auf, um so ihren Wagenpark zu ergänzen. So fand der Generationswechsel der Fahrzeuge bei der VLTJ immer eine Stufe später als bei anderen dänischen Privatbahnen statt, mit deutlichen Kosteneinsparungen als Folge.

Haltepunkt Victoria Street Station

Im Rahmen des Investitionsplanes 2020–2030 sollen die Altfahrzeuge in den nächsten Jahren ersetzt werden.[2]

. . . Lemvigbanen . . .

Dieser Artikel stammt von der Website Wikipedia. Der Originalartikel kann etwas gekürzt oder modifiziert sein. Einige Links wurden möglicherweise geändert. Der Text ist lizenziert unter “Creative Commons – Attribution – Sharealike” [1] und ein Teil des Textes kann auch unter den Bedingungen der “GNU Free Documentation License” [2] lizenziert werden. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie unseren rechtlichen Seiten zu . Weblinks: [1] [2]

. . . Lemvigbanen . . .

Previous post Hoffmann (Familienname)
Next post Neuruppin