Ebert-Groener-Pakt

Im Ebert-Groener-Pakt (auch „Pakt mit den alten Mächten“ oder Ebert-Groener-Bündnis) vereinbarten Friedrich Ebert als SPD-Vorsitzender und Mitglied des Rates der Volksbeauftragten und General Wilhelm Groener im Namen der Obersten Heeresleitung während der Novemberrevolution von 1918 ein gemeinsames Vorgehen gegen linksradikale Gruppierungen. Von Seiten Eberts gedacht, um einen geordneten Übergang von der Monarchie zur Demokratie zu gewährleisten, führte er de facto zur blutigen Niederschlagung von Aufständen, die auf die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft abzielten. Der Pakt stabilisierte anfangs die aus der Revolution entstandene Weimarer Republik. Er verhinderte aber in Verbindung mit der Unterstellung der monarchistisch und republikfeindlich geprägten Reichswehr in die unmittelbare Jurisdiktion des Reichspräsidenten (Staat im Staate) eine demokratische Reform.

Revolutionäre Demonstranten am 9. November 1918 in Berlin, Unter den Linden

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Wilhelm Groener, 1917
Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann
Friedrich Ebert, 1925

Die Oberste Heeresleitung (OHL), die im Laufe des Krieges faktisch zum Machthaber im Deutschen Reich geworden war, musste Ende September 1918 die deutsche Niederlage gegenüber der politischen Führung eingestehen. Sie befürwortete nun eine Übertragung der Macht an die demokratischen Mehrheitsparteien im Reichstag, um die Schuld an der verheerenden Niederlage von sich auf die neue Regierung abzuwälzen. Anfang Oktober wurde eine demokratisch legitimierte Regierung unter Max von Baden gebildet und demokratische Reformen eingeleitet, um einen akzeptablen, auf dem 14-Punkte-Programm des US-Präsidenten Woodrow Wilson basierenden Frieden erreichen zu können (→ Oktoberreform). Als die Alliierten auf diese Veränderungen nicht reagierten, wuchs der Druck auf Kaiser Wilhelm II., der für diese als Hauptschuldiger am Krieg galt, abzudanken. Der Erste Generalquartiermeister der OHL Erich Ludendorff, der sich daraufhin doch wieder zum Widerstand entschlossen hatte, musste am 26. Oktober zurücktreten, als sein Nachfolger wurde Wilhelm Groener eingesetzt. Wenige Tage später reiste der Kaiser von Berlin ins Hauptquartier der OHL in Spa.

Etwa zur gleichen Zeit kam es nach dem Bekanntwerden des Flottenbefehls vom 24. Oktober 1918, mit dem die Marineleitung die deutsche Hochseeflotte in eine militärisch sinnlose letzte Schlacht schicken wollte, zum Kieler Matrosenaufstand. Der Aufstand dehnte sich, da die ganze Bevölkerung vor allem auf Grund der Lebensmittelknappheit und der großen Zahl von Toten mit der Führung unzufrieden war, auf das ganze Land aus und es kam zu einer Revolution, der die Führung nicht entgegentreten konnte. Die Revolution wurde vor allem durch die beiden rivalisierenden sozialistischen Parteien bestimmt: einerseits durch die 1917 gegründete linksradikale USPD, die eine sozialistische Räterepublik anstrebte, andererseits durch die in der MSPD organisierten Mehrheitssozialdemokraten mit einem parlamentarischen System als Ziel.

Am 8. November reiste die deutsche Delegation zu den Waffenstillstandsverhandlungen nach Compiègne ab. Am folgenden Tag verkündete Max von Baden aus eigenem Entschluss die Abdankung Wilhelms und den Thronverzicht des Kronprinzen, nach der Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann am Nachmittag übergab er das Amt des Reichskanzlers an den SPD-Vorsitzenden Friedrich Ebert. Dieser sprach sich klar gegen revolutionär-anarchische Bestrebungen aus, wie sie in Russland durch die Oktoberrevolution entstanden waren, stattdessen sah er die Demokratisierung als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Sozialismus. Am 10. November übernahm der Rat der Volksbeauftragten, der aus je drei Mitgliedern der MSPD und USPD bestand, die Regierung.

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