Roche-Turm (Bau 1)

Der Roche-Turm (Bau 1), auch Roche Tower, ist ein Hochhaus in der Schweizer Stadt Basel. Das Gebäude ist Hauptsitz des Pharmakonzerns Roche Holding, der auch Eigentümer und Bauherr des Bauwerks ist. Mit 178 m übertrifft der Roche-Turm deutlich den 126 Meter hohen Prime Tower in Zürich, das zuvor höchste Hochhaus der Schweiz. Das höchste freistehende Gebäude des Landes ist jedoch weiterhin der nur wenige Kilometer von Basel entfernte Fernsehturm St. Chrischona mit 250 Metern. Das Hochhaus dient rein betrieblichen Zwecken und ist öffentlich nicht zugänglich. Der von den Architekten Herzog & de Meuron entworfene Roche-Turm entstand im Rahmen einer umfangreichen baulichen Neustrukturierung des Basler Stammsitzes, zu dem ab 2021 auch der auf 205 Meter im Bau befindliche Bau 2 gehören soll.

Roche-Turm (Bau 1)
Roche Tower
Roche-Turm im September 2015
Basisdaten
Ort: Basel, Schweiz
Bauzeit: 9. Mai 2012–2015
Eröffnung: 18. September 2015
Status: fertiggestellt
Baustil: Moderne
Architekten: Herzog & de Meuron
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Büro
Arbeitsplätze: 2000
Zimmer: variabel
Eigentümer: F. Hoffmann-La Roche AG
Bauherr: F. Hoffmann-La Roche AG
Technische Daten
Höhe: 178 m
Tiefe: 20 m
Etagen: 41
Nutzungsfläche: 76’000 m²
Geschossfläche: 83’000 m²
Umbauter Raum: 375’000 m³
Baustoff: Stahlbeton, Stahl
Baukosten: 550 Mio. Franken
Sicherheit: Erdbebensicher bis 6,9 nach Richterskala
Höhenvergleich
Basel: 1. (Liste)
Schweiz: 1. (Liste)
Anschrift
Anschrift: Grenzacherstr. 124
Postleitzahl: 4070
Stadt: Basel
Land: Schweiz

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Im September 2006 stellte die Konzernleitung der Roche Holding ein erstes Hochhaus-Projekt vor. Das damals ebenfalls von Herzog & de Meuron geplante und als Twist 2 Spirals[1] bezeichnete Gebäude sollte ursprünglich 163 Meter, später 154 Meter hoch werden.[2] Es sollte die Form zweier ineinander verschränkten stoffbespannten Spiralfedern (als Referenz auf eine Doppelhelix) aufweisen und Platz für 2400 Arbeitsplätze bieten. Vorgesehen war eine Eröffnung im Jahr 2011.[3] Nach mehreren Modifizierungen musste dieses Projekt im Stil des Dekonstruktivismus 2008 aufgrund zu hoher Investitionskosten – das Bauprojekt wäre auf mindestens 750 Mio. Franken Baukosten gekommen –[4] und nicht erfüllbarer funktionaler Anforderungen aufgegeben werden.[5]

Schliesslich wurde im Dezember 2009 ein markant überarbeitetes Projekt vorgestellt. Dieser neue Entwurf orientierte sich an der modernen Formensprache der Architektur von Otto Rudolf Salvisberg. Durch weisse Beton- und dunkle Fensterbänder sollte der Turm eine starke horizontale Gliederung erfahren. Damals beliefen sich die Schätzungen für diesen Neubau auf 368 Mio. Franken.[6] Dieser überarbeitete Entwurf erfuhr eine moderate Neugestaltung, die das Hochhaus «dezenter und symmetrischer» erscheinen lassen soll.[7] Insbesondere wurden die treppenartigen Abstufungen zur Westseite überarbeitet. Auch die horizontalen Bänder verlaufen parallel zur Strasse und kragen nicht mehr aus, was dazu führt, dass sich das Bauwerk besser in die Strassenflucht fügt. Statt der dunklen Fenstergläser sollten nun helle verbaut werden.[8] Der nach dem Minergie-Standard zu errichtende Bau 1 würde etwas höher ausfallen und eine Geschossfläche von 76’000 m² aufweisen. Er würde 2000 Mitarbeitern Platz bieten sowie ein Auditorium mit 500 Sitzplätzen besitzen.[9]

Nachdem im Dezember 2009 die rund einjährige Projektierungsphase beendet war, konnte im Januar 2010 die Planung aufgenommen werden. Im November 2010 folgte die Genehmigung des Bebauungsplans, im Oktober 2010 die Baueingabe und im Februar 2011 die Baubewilligung.[10] Am Standort des zukünftigen Hochhauses wurde von Oktober 2010 bis Februar 2011 der ältere Bau 15[11] von Salvisberg abgebrochen.[12]

Zur Vorbereitung der Bauarbeiten wurde von Oktober 2010 bis Februar 2011 der «Bau 15» abgebrochen, an dessen Stelle das neue Hochhaus stehen sollte.[13] Diese Arbeiten hatten aufgrund der benachbarten Laboratorien mit möglichst niedrigen Erschütterungen zu erfolgen. Mit der erteilten Baubewilligung konnte dann im Anschluss im Februar 2011 mit dem Aushub begonnen werden; die Grundsteinlegung erfolgte am 9. Mai 2012 in der knapp 22 Meter tiefen Baugrube.[14] Die Baukosten sollen sich nun auf 550 Mio. Schweizer Franken belaufen.[15]

Wegen der unmittelbaren Nähe zum Rheinufer war ein tiefes Fundament notwendig, das mit 490 Ankern und 389 Pfählen bis zu 50 Meter in das Erdreich ragt. Zum Schutz des westlich von der Baustelle stehenden 63 Meter hohen Nachbargebäudes «Bau 52» und aufgrund des anstehenden Grundwassers mussten eine wasserdichte Baugrube geschaffen und gleichzeitig der Grundwasserspiegel abgesenkt werden.[16] Damit sich der vom Architekten Roland Rohn entworfene 18-geschossige «Bau 52» möglichst wenig setzt, wurden im Vorfeld aufwändige Verformungsberechnungen mittels Finite-Elemente-Methode angestellt.[17] Zuständig für den Hochbau war das Bauunternehmen Marti.[18] Die Generalplanung übernahm Drees & Sommer, die Tragwerkplanung das Stuttgarter Ingenieurbüro Weischede, Herrmann und Partner.[19]

Baufortschritt 2014/15
12. Januar 2014, im obersten Abschnitt ist der Windschild zu erkennen
2. März 2014
26. Mai 2014
14. August 2014
20. September 2014
1. November 2014
22. Dezember 2014
14. März 2015
19. April 2015

Die Projektierung des Gebäudes sah vor, dass im Dezember 2014 der Rohbau fertiggestellt sein solle, die Eröffnung war für das zweite Halbjahr 2015 vorgesehen. Nachdem im Februar 2014 die 100-Meter-Marke erreicht wurde, übertraf seine Bauhöhe bereits im Juni 2014 die des 2011 eröffneten Zürcher Prime Towers.[20] Insgesamt wuchs das Bauwerk jeden Monat um etwa ein Stockwerk an.

An den Bauarbeiten waren rund 450 Personen beteiligt.[21] Im Juli 2014 wurde bekannt, dass bei 30 Arbeitern eines polnischen Subunternehmers aus Danzig, die für die Fassadenarbeiten angestellt worden waren, Lohndumping betrieben wurde. Nach einem kurzzeitigen Streik soll es zu einer Einigung gekommen sein, die auch eine Nachzahlung umfasste.[22][23] Insgesamt dauerten die Arbeiten an der Fassadenverkleidung von September 2013 bis August 2015 an. Etwa im selben Intervall erfolgte parallel der Innenausbau des Hochhauses.[24]

Am 22. Oktober 2014 konkretisierte das Unternehmen Roche ein Investitionspaket in Höhe von 3 Milliarden Franken, mit dem es den Standort des Basler Roche-Areals weiter stärken will. Neben Forschungsstätten werde das Unternehmen seine über ein Dutzend bisher im Stadtgebiet verteilten Standorte weiter verdichten. Dazu soll ein weiteres Hochhaus (Bau 2) bis 2021 für 1700 Büroarbeitsplätze bezugsfertig sein; mit rund 50 Stockwerken und 205 Meter Höhe werde es den bisherigen Roche-Turm übertreffen. Der Bau 2 soll optisch an den Roche-Turm angelehnt sein und auf der gegenüberliegenden Seite der Grenzacherstrasse stehen.[25]

Am 27. November 2014 wurde nach Fertigstellung des Rohbaus das Richtfest des Roche-Turms gefeiert.[26] Mit dem Erreichen der vollständigen Hochhaushöhe erreichte der hydraulisch gesteuerte Kletterkran eine Hakenhöhe von etwa 204 Metern und eine finale Höhe des Turmkrans von 191,5 Metern. Damit war er der höchste bisher in der Schweiz eingesetzte Kran.[27] Während der Bauarbeiten war der Wolffkran 7532.16 an bis zu sechs Stellen fest mit dem Hochhausrohbau verbunden und arbeitete sich gerüstfrei nach oben.[28] Die Fassadenteile, die der Kran hievte, wogen bis zu zwei Tonnen.[29] Ein weiterer kompakter Wippkran an der Westseite der Hochhausbaustelle konnte mit seinem steil nach oben aufstellbaren 45 Meter langen Auslegearm am Bauwerk vorbeischwenken.[28]

Eine Kletterschalung umschloss den inneren Kern des Hochhausbauwerks, in dem die tragende Struktur der Stockwerke armiert und betoniert wurden. Bis der Beton ausgehärtet war, was rund zehn Wochen dauerte, wurden die einzelnen Etagen mittels Spriessen gestützt. Mehrere Etagen versetzt folgte eine zweite Arbeitsplattform, welche durch einen umlaufenden Windschild gesichert und abgeschirmt war.[30] Im Schutz des Windschilds befand sich auch eine der Technikzentralen der Baustelle.[31]

Mitte April 2015 war der wenige Tage dauernde Rückbau des Kletterkrans abgeschlossen. Die wegen der Verankerung des Krans am Hochhaus ausgesparten Fassadenelemente wurden Ende August/Anfang September gesetzt.

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