Hans Joachim Mallach

Hans Joachim Mallach (* 23. September1924 in Flatow/Grenzmark; † 18. Januar2001 in Tübingen) war ein deutscher Gerichtsmediziner.

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Hans Joachim Mallach wurde in der Grenzmark Posen-Westpreußen geboren. Er wurde Mitglied der Hitlerjugend und der NSDAP (Mitgliedsnummer 9.154.986) und meldete sich 1942 freiwillig zur Waffen-SS. Als Angehöriger der Leibstandarte SS Adolf Hitler kämpfte er an der Ostfront, wurde verwundet und anschließend als Wachsoldat bei der Neuen Reichskanzlei in Berlin eingesetzt. Er wurde im Rang eines Unterscharführers zur SS-Panzerdivision Hitlerjugend abkommandiert und mit ihr an der Westfront eingesetzt und mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Er geriet in amerikanischeKriegsgefangenschaft und wurde in Darmstadt interniert.[1]

Ab 1946 studierte Mallach Medizin und Chemie an den UniversitätenGöttingen und Bonn. 1952 bestand er das Staatsexamen. Er promovierte im gleichen Jahr mit einer DissertationÜber die Bestimmung der Atemgrössen bei angeborenen Herzfehlern unter besonderer Berücksichtigung der Fehlerbreite der Methodik. Als Assistent war er zunächst am Institut für gerichtliche Medizin der Universität Bonn und ab 1956 am Institut für gerichtliche und soziale Medizin der Freien Universität Berlin tätig. Hier habilitierte sich Mallach 1963. 1965 wechselte er an die Eberhard Karls Universität Tübingen an das am 1. April 1964 gegründete und von Georg Schmitt geleitete Institut für Gerichtliche Medizin. 1968 wurde Mallach die kommissarische Vertretung des Lehrstuhls übertragen. Ein Jahr später wurde er zum zweiten Ordinarius berufen und zum Direktor des Institutes für Gerichtliche Medizin ernannt.[2]

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte Hans Joachim Mallachs lagen auf dem Gebiet der forensischen Alkohologie und Toxikologie, der Wechselwirkung zwischen Alkohol und Arzneimitteln, der Thanatologie und des Medizinrechts.[2]

In der Selbstverwaltung der Tübinger Universität war Mallach von 1969 bis 1974 Mitglied des Verwaltungsrates, von 1974 bis 1976 Vorsitzender des Großen Senates und von 1977 bis 1979 Dekan der Medizinischen Fakultät (Theoretische Medizin).[2]

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Mallach als Obduzent der Köpfe der Rote Armee Fraktion, Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, bekannt. Mallach hatte nach den Untersuchungen selbst ohne Genehmigung zusätzliche Totenmasken angefertigt. Diese hielt er lange Zeit versteckt; ihr Verbleib ist bis heute ungeklärt.[1]

Hans Joachim Mallach leitete das Institut für Gerichtliche Medizin bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1989. 2001 verstarb er im Alter von 76 Jahren.[2] Mallach war zweimal verheiratet: In erster Ehe mit der Zahnärztin Gisela Doeschl (* 11. August 1926; † 28. Januar 1973) und in zweiter Ehe mit der Sekretärin Dürten Iris von Jutrzenka (* 18. Januar 1943). Er hatte zwei Söhne aus der ersten Ehe.[1]

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