Rock in Opposition

Rock in Opposition (RIO) war Ende der 1970er Jahre eine lose Vereinigung europäischer Bands und entwickelte sich später als Synonym für AvantProg zum Stilbegriff für einen Ausläufer des Progressive Rock. Startpunkt der Bewegung war ein einmaliges Musikfestival gleichen Namens, das 1978 in London stattfand. Seit 2007 wird unter Beteiligung von Musikern der damaligen Bewegung ein jährliches Festival in Carmaux veranstaltet.

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Die Bewegung geht auf die britische Band Henry Cow um den Schlagzeuger Chris Cutler zurück. Er lud 1978 vier europäische Bands ein, um am 12. März des Jahres im New London Theatre ein Festival mit dem Namen Rock in Opposition und dem Slogan „The music the record companies don’t want you to hear“ zu veranstalten. Hintergrund waren die frustrierenden Erfahrungen mit der Musikindustrie, die Henry Cow zufolge an solchen Bands und an musikalischer Qualität nicht interessiert war, Bands zu künstlerischen Kompromissen zwang und sie finanziell ausbeutete.[1] Die Teilnehmer waren neben Henry Cow Stormy Six aus Italien, Samla Mammas Manna aus Schweden, Univers Zéro aus Belgien sowie Etron Fou Leloublan aus Frankreich. Auffällig war dabei der europäische Charakter der Veranstaltung, der sich bewusst angloamerikanisch dominierten Musikstilen und Plattenfirmen entgegensetzte. Das Festival wurde von 450 Personen besucht und es gab weltweite Medienberichte, doch trotz eines 1000-£-Zuschusses des British Arts Council blieb die Veranstaltung defizitär.[2][3]

Ursprünglich war keine formale Organisation vorgesehen, doch das Bedürfnis nach einer solchen entstand seitens der beteiligten Bands. So trafen sie sich am 8. Dezember 1978 in den Sunrise Studios in Kirchberg SG, um ein Programm oder Manifest aufzusetzen. Trotz vieler Meinungsverschiedenheiten einigten sich die Bands darauf, dass ein Netzwerk zur Organisation von Auftritten und zum Schallplattenverkauf (z. B. über Cutlers Recommended Records) aufgebaut werden sollte. Außerdem wurden folgende Aufnahmekriterien für zukünftige Mitglieder festgelegt:

  • Musikalische Spitzenleistung
  • Aktive Arbeit außerhalb des Musikgeschäfts
  • Soziales Engagement für Rockmusik

Art Bears, Art Zoyd und Aksak Maboul wurden zu neuen Mitgliedern erklärt. Es folgten weitere Festivals in Italien, Schweden und Belgien, danach kamen die formalen Aktivitäten zum Erliegen. Rock in Opposition hatte jedoch etwas angestoßen. Einige Musiker setzten ihre Zusammenarbeit fort, andere Bands begannen im Geiste der Bewegung zu arbeiten, so dass der Begriff Rock in Opposition weiterlebte.[2][3][1] Er wurde schließlich oft synonym zu AvantProg gebraucht, also als reine Stilbezeichnung für verschiedene experimentelle oder avantgardistische Spielarten und Subgenres des Progressive Rock.

Musikalisch bewegten sich die ursprünglichen RIO-Gruppen im Bereich des Progressive Rock, dessen klassische Vertreter sich Ende der 1970er neuen Stilrichtungen zuwandten oder getrennte Wege gingen. Trotz der stilistischen Ungleichheit zwischen den RIO-Bands lässt sich als Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem klassischen Progressive Rock eine Abwendung von dessen melodieseliger Seite festhalten, die sich in einer experimentelleren Orientierung mit deutlichen Einflüssen aus Folk, Jazz, der Kammermusik, der Neuen Musik oder der klassischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts äußert.[4]

Die eigentliche RIO-Verbindung löste sich zwar schnell auf, als RIO werden heute aber immer noch Bands bezeichnet, die sich musikalisch in dieselbe Richtung bewegen. In diesem Zusammenhang wird RIO auch oft als AvantProg bezeichnet. Beispiele für spätere Bands sind:

  • aus Großbritannien: News from Babel, Cassiber, The Work, The Last Nightingale, Duck and Cover, Science Group, Massacre, Guapo
  • aus Frankreich: NeBeLNeST
  • aus Belgien: Present
  • aus den Vereinigten Staaten: Skeleton Crew, Keep the Dog, Thinking Plague, 5uu’s, U Totem, Motor Totemist Guild
  • aus Kanada: Miriodor
  • aus Israel: Ahvak

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