Anne-Marie Nzié

Anne-Marie Nzié (* 1931[1] oder 1932[2] in Lolodorf-Bibia; † 24. Mai2016 in Yaoundé[3]) war eine kamerunische Sängerin, die in ihrer Heimat große Popularität genießt und u. a. als „Goldene Stimme Kameruns“ und „Königinmutter des Bikutsi“ bezeichnet wird, da sie als eine Pionierin dieses Musikstils gilt.[4][5] Sie verfügte über ein Songrepertoire in verschiedenen Landessprachen, das als stilistisch vielseitig gilt.[6]

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Anne-Marie Nzié wuchs als Tochter eines presbyterianischen Pfarrers in Bibia auf, einer Ortschaft in der Nähe der Stadt Lolodorf im Süden Kameruns, und sang als Kind vor allem im lokalen Kirchenchor. Im Alter von zwölf erlitt sie beim Mangopflücken einen schweren Unfall, der zu einem langen Krankenhausaufenthalt führte. Während dieser Zeit lernte sie von ihrem Bruder Moïse, der unter dem Namen Cromwell als Musiker aktiv war, das Spiel auf der Hawaii-Gitarre; außerdem trainierte sie ihre Gesangsstimme. Schon Ende der 1940er Jahre unterstützte sie mit ihrem Gitarrenspiel ihren Bruder bei gemeinsamen Auftritten. Im Jahr 1954 nahmen sie ihre erste gemeinsame Single namens „Ma Ba Nze“ für das kongolesische OpikaLabel auf; weitere folgten. Nach dem Gewinn eines staatlich geförderten Gitarrenwettbewerbs, der vom deutschen Gitarristen und Komponisten Siegfried Behrend organisiert worden war, trat sie in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre auch als Solosängerin mit ihrer Hawaii-Gitarre auf, was für eine Frau zu dieser Zeit in Kamerun sehr ungewöhnlich war. Begleitet wurde sie dabei lediglich von einem Banjo-Spieler bzw. später vom Gitarrenspieler Emmanuel Ntonga, dessen älteren Bruder sie 1958 heiratete.[6]

Anlässlich der Unabhängigkeit Kameruns im Januar 1960 trat Nzié zusammen mit den Makossa-Pionieren Nelle Eyoum und Ebanda Manfred für den ersten Präsidenten Ahmadou Ahidjo auf. In den nächsten Jahren entwickelte sich Nzié mit ihren Bikutsi-Songs zu einer der beliebtesten Sängerinnen ihres Landes, obwohl der Makossa in den sechziger und siebziger Jahren die dominante Musikrichtung darstellte. Insbesondere ihr Song „Dieu Merci“, in dem sie Gott für seine Unterstützung beim Unabhängigkeitskampf Kameruns und anderer afrikanischer Staaten dankte, wurde sehr populär. In der Folge bestand ein gutes Verhältnis zum diktatorisch herrschenden Präsidenten Ahidjo, der großen Wert auf patriotisch ausgerichtete Musik legte, während regierungskritischere Musiker häufig Zensurmaßnahmen und Repressalien ausgesetzt waren und teilweise ins Ausland auswichen.[4] Ahidjo schickte Nzié auch als kulturelle Botschafterin ihres Heimatlands zu verschiedenen internationalen Musikveranstaltungen. Außerdem war sie die einzige Frau, die für das einheimische Africambience-Label in Douala aufnehmen durfte, bei dem zeitweise auch die Stars des Makossa-Musikstils, Manu Dibango und Francis Bebey, aufnahmen.[6] Im Jahr 1968 unterschrieb sie in Paris einen Plattenvertrag beim französischen Label Pathé Marconi, das drei ihrer Alben produzierte. Bei dieser Gelegenheit nahm sie auch an den Aufnahmen zu einer Benefiz-EP der Welternährungsorganisation teil, auf der Künstler wie Gilbert Bécaud und Miriam Makeba verschiedene Interpretationen des Songs „Le Bateau Miracle“ präsentierten.

Es folgten Auftritte bei den großen panafrikanischen Musikfestivals PANAF, 1969 in Algier, und FESTAC, 1977 in Lagos. Ab 1979 war sie Mitglied des kamerunischen Nationalorchesters.[5]

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