Rumänische Staatsangehörigkeit

Das Recht der rumänischen Staatsangehörigkeit setzte von Anfang an nur das Abstammungsprinzip um. Die Staatsangehörigkeit (cetățenie) wurde im 20. Jahrhundert durch Bescheinigungen (Staatsangehörigkeitsausweise) nachgewiesen, die aufgrund von Eintragungen im Staatsangehörigenregister ausgestellt wurden.

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Rumänien in den Grenzen von 1878.
Rumänien in den Grenzen von 1925. Flächenmäßig war Rumänien ab 1920 fast doppelt so groß wie 1912.
Rumänien in den Grenzen von 1940.
Grenzen Rumäniens seit 1945/1948.

Das Millet-System hatte im Osmanischen Reich eine gewisse völkisch-religiöse Unterscheidung geschaffen. Ein erstes modernes Staatsangehörigkeitsgesetz im Osmanischen Reich erging 1869. Seit dem Ende der Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich im 19. Jahrhundert änderte sich für verschiedene rumänische Regionen mehrfach die Zugehörigkeit zu (benachbarten) Staatsverbänden.

Die Wahl von Alexandru Ioan Cuza zum Fürsten sowohl der Moldau als auch in der Walachei des Osmanischen Reiches vereinigte 1859 eine identifizierbare rumänische Nation unter einem gemeinsamen Herrscher bei weiterbestehender osmanischer Suzeränität. Am 8. Dezember 1861 proklamierte Alexandru Ioan Cuza die Bildung des Fürstentums Rumänien aus den Donaufürstentümern Moldau und Walachei. 1862 wurden die beiden auch formal vereinigt mit Bukarest als Hauptstadt.

In der k.k.-Monarchie bis 1848 unterschied man zwischen adligen („membra Regni“) und nicht-adligen Staatsangehörigen („accola, incola, indigena“). Von 1848 sprach man einheitlich von „Staatsbürger“ oder „Staatsinsasse“ Siebenbürgen war seit dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 Teil des zentralistisch regierten ungarischen Reichsteils, der nun k.u.k-Monarchie. Die ungarische Vorschrift von 1879[1] regelte Teilbereiche des Staatsangehörigkeitsrechts. Zunächst bezeichnete man Staatsbürger auch als „honos,“ was ein entsprechendes Heimatrecht mit einschloss⁰. Dieses war beim Zerfall der Habsburger-Monarchie 1918/19 dann für die Bestimmung der neuen Staatsbürgerschaften wichtig. Die Grenzen zu Ungarn und damit die Staatsangehörigkeit dortiger Bewohner im Rahmen der Staatensukzession änderte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrfach.

Nach dem russisch-türkischen Krieg von 1877/78, in dem Rumänien an der Seite Russlands gegen die türkische Herrschaft kämpfte, wurde Rumänien durch den Vertrag von Berlin 1878 als unabhängig anerkannt. Als Territorium wurde ihm die Dobrudscha hinzugefügt, gleichzeitig musste es aber die drei Kreise Cahul, Bolgrad und Ismail im südlichen Bessarabien im Bereich der Donaumündung an Russland abtreten. Im zweiten Balkankrieg 1913 beteiligte sich das Land an der Koalition gegen Bulgarien, das aus dem Krieg als Verlierer hervorging und die Süddobrudscha an Rumänien abtreten musste.

Einschneidend war auch die Abspaltung der cis-nistrischen Gebiete vom zerfallenen Zarenreich mit folgendem Anschluss an Rumänien[2][3] Kurz 1940/41 und dann ab 1945 wurde Bessarabien wieder Teil der Sowjetunion. Zusammen mit den angrenzenden Bezirken wurde es zur Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik aufgewertet. Die Gültigkeit des sowjetischen Staatsangehörigkeitsgesetze[4] wurde schon per Dekret vom 8. März 1941 auf Bessarabien und die Bukowina ausgeweitet. Seit 1991 ist die Region als Republik Moldawien unabhängig.

Die im Vertrag von Trianon an Rumänien gefallenen Gebiete sowie Ethnien nach der Volkszählung 1891.
Abkommen

Als besonders wichtig zu nennen ist der Friedensvertrag von Trianon 1920, auf Grund dessen Siebenbürgen endgültig rumänisch wurde. Dies war aber schon seit den Karlsburger Beschlüssen vom 1. Dezember 1918 absehbar. Durch den zweiten wiener Schiedsspruch fielen die damaligen Kreise Satu Mare (Szatmár), Sălaj (Szilágy), Bihor (Bihar) und Maramureș (Máramaros) wieder für einige Jahre an Ungarn, bis Ungarns Waffenstillstand mit der Sowjetunion am 20.  Jan. 1945 diese Übertragung wieder zu Gunsten Rumäniens aufhob.[5]

Die Grenzziehung im Banat zwischen Jugoslawien als Rechtsnachfolger der Habsburger-Monarchie erfolgte durch Vertrag vom 24. Nov. 1923. Staatsangehörigkeitsfragen klärte erst die Verträge vom 30.  Apr.1930 und 13. März 1935. Im Wesentlichen richtete sich die Staatsbürgerschaft nach dem Wohnsitz bzw. Heimatrecht, mit gewissen Optionsmöglichkeiten.[6]

Mit der Türkei schloss man 1936 ein Auswandererabkommen, wodurch Türkischstämmigen aus der Dobrudscha die Abwanderung unter Wechsel der Staatsbürgerschaft erlaubt wurde.

Der Vertrag von Craiova 1940 brachte Gebiets- und Bevölkerungstausch mit Bulgarien an der Schwarzmeerküste. Diese Grenzziehung wurde im rumänisch-bulgarischen Friedensvertrag 1948 bestätigt.

Nach dem zweiten Wiener Schiedsspruch verabredete man mit Ungarn weitgehende Optionsregeln,[7] auch für jene Ungarn, die in Rest-Rumänien ansässig waren.

Wie überall auf dem Balkan bemühte sich das Deutsche Reich Volksgenossen heimzuführen. Bezüglich der Dobrudschadeutschen, aber auch in andren Landesteilen, schloss man am 22. Okt. 1940 einen entsprechenden Vertrag.[8][9][10] Abwanderungswillige deutsche Familienoberhäupter hatten ähnlich wie in Bulgarien bei der rumänischen Behörde vor Ort einen Antrag zu stellen. Auf Grund solcher wurde eine von beiden Staaten zu genehmigende Umsiedlerliste zusammengestellt. Formaljuristisch betrachtete man die Antragsstellung als Antrag auf Entlassung aus der rumänischen bei gleichzeitigem Antrag auf Erteilung der deutschen Staatsbürgerschaft. Es verließen etwa 200.000 Deutschstämmige und Familienangehörige das Land. Gut 63.500 Mann dienten in der Waffen-SS.[11] Etwa 2400 Umsiedler änderten ihre Meinung und kehrten nach Rumänien zurück was die Rückgängigmachung der deutschen Einbürgerung und Wiederaufnahmeverfahren in Rumänien erforderte.[12]

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