Kommende Süpplingenburg

Die Kommende Süpplingenburg war eine Niederlassung des Johanniterordens in Süpplingenburg (Landkreis Helmstedt, Niedersachsen), die zur Ballei Brandenburg des Johanniterordens gehörte. Um 1130 als Kollegiatstift gegründet, wurde sie ab ca. 1170 Kommende des Templerorden (urkundlich erstmals 1245 bezeugt!). Nach der Auflösung des Templerordens 1312 wurde sie formal den Johannitern zugesprochen, die die Kommende jedoch erst 1357 tatsächlich in Besitz nehmen konnten. Sie blieb Kommende der Ballei Brandenburg des Johanniterordens bis 1810, war dann Krondomäne des Königreichs Westphalen und wurde 1814 dem letzten Kommendator (vor 1810) Prinz August von Braunschweig-Wolfenbüttel zurückgegeben. Nach dessen Tod 1820 wurde die Kommende herzoglich-braunschweigisches Kammergut.

Süpplingenburg um 1650 (Stich von Matthäus Merian)
St. Johanniskirche Süpplingenburg

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Burg Süpplingenburg auf einer Karte von 1764, im Zentrum die St. Johannis-Kirche

Die im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel gelegene Kommende Süpplingenburg entstand aus einer der 14 Burgen, die im Verlauf des 9. bis 12. Jahrhunderts entlang der Schunter angelegt wurden. Sie wurde wahrscheinlich noch im 10. Jahrhundert als Sumpfburg durch Kaiser Otto III. begründet. Im 11. Jahrhundert saß Graf Gebhard auf der Burg Süpplingenburg, der sich nach dieser Burg nannte. Er war der Vater des Lothar von Süpplingenburg, der 1125 zum deutschen König gewählt wurde (ab 1133 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches) und auf der Süpplingenburg geboren und aufgewachsen war. Nach älterer Literatur übertrug bereits König Lothar die Süpplingenburg dem Templerorden. Nach neuerer Kenntnis gründete König Lothar hier lediglich ein Kollegiatstift. 1130 wurde auf dem Burggelände der Grundstein zur Stiftskirche St. Johannis gelegt, die 1140 vollendet wurde. Für 1150 ist ein Propst Heinrich nachgewiesen, der mehreren Kanonikern des Kollegiatstiftes vorstand.

Nach derzeitiger Meinung übertrug erst Heinrich der Löwe nach seiner Pilgerfahrt in das Heilige Land 1173 die Süpplingenburg bzw. das Kollegiatstift auf der Süpplingenburg an den Templerorden. Die Templerkommende ist aber erst 1245 urkundlich auch nachgewiesen. 1301 vertauschte Komtur Friedrich von Alvensleben alle Besitzungen des Templerordens in Ellersel (später Wüstung) an das Kloster Althaldensleben.[1] Im selben Jahr erwarb er die Gerichte über das Dorf Süpplingenburg von Herzog Albrecht II. von Braunschweig-Lüneburg. Innerhalb des Templerordens unterstand die Kommende Süpplingenburg dem Präzeptor in Alamannia et Sclavia.

Am 7. Mai 1303 verkaufte Bruder Friedrich Sylvester, Präzeptor der Templer in Deutschland und im Wendland Johannes genannt Felix und Heinrich genannt beim Kirchhof, beide Braunschweiger Bürger, für ein Darlehen von 100 Mark Silber Braunschweiger Gewichts und Währung eine jährliche Rente in Höhe von zehn Mark aus den Ordenshöfen Süpplingenburg und Tempelachim. Sie war jedes Jahr bis zur Rückzahlung des Darlehens zu Martini fällig.[2] Am 14. April 1305 zog der neue Templerpräzeptor Friedrich von Alvensleben die Rente von zehn Mark Silber wieder ein, die sein Vorgänger im Amt am 7. Mai 1303 an Johann Felix und Heinrich vom Kirchhof aus den Höfen Süpplingenburg und Tempelachim verschrieben hatte, und übertrug ihnen stattdessen und gegen Zahlung von weiteren 50 Mark Silbers den Zehnt und sieben Hufen zu Callem (wüst gefallenes Dorf).[3]

1308 bestätigte Herzog Otto von Braunschweig als Kommendator der Kommende Süpplingenburg den Verkauf von zwei Hufen zu Salzdahlum um 32 Mark Silber Braunschweiger Gewichts und Währung an Gerhard Resen, den der Präzeptor Friedrich von Alvensleben getätigt hatte.[4] Die zwei Hufen in Salzdahlum gehörten sehr wahrscheinlich zur Kommende Süpplingenburg.

1312 wurde der Templerorden durch Papst Clemens V. verboten und aufgelöst. Die Güter des Templerordens wurde zumindest in Deutschland formell dem Johanniterorden übertragen. Neben dem Komtur Herzog Otto von Braunschweig lebte zu diesem Zeitpunkt nur noch ein weiterer Ordensbruder namens Luther in der Kommende. Der Wirtschaftshof der Kommende umfasste 20 Hufen. Im Gegensatz zu Frankreich, wo viele Tempelritter sogar auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, behielt der letzte Templerkomtur Herzog Otto von Braunschweig die Kommende und auch die Einkünfte der curia der Templer auf dem Bohlweg in Braunschweig. Allerdings musste er 1314 auf fünf Hufen in Rethen zugunsten des Kreuzklosters in Braunschweig verzichten, die sich die Kommende wohl zu Unrecht angeeignet hatte.[5] Herzog Otto von Braunschweig, der letzte Templerkomtur, ist bis 1328 auf Süpplingenburg nachweisbar. Wahrscheinlich behielt er die Kommende sogar bis zu seinem Tod 1346. Danach wurde die Kommende quasi von Herzog Magnus I. beschlagnahmt. Nach Sudendorf verkaufte er Schloss Süpplingenburg am 13. Dezember 1347 für 400 Mark Silber Braunschweiger Gewichts an seinen Vetter Herzog Wilhelm II. von Lüneburg, behielt sich aber das Recht vor, die Burg wieder einzulösen.

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