Hella (Unternehmen)

Die HELLA GmbH & Co. KGaA ist ein börsennotierter deutscher Automobilzulieferer mit Sitz in Lippstadt. Die Kerngeschäfte des Konzerns gliedern sich in drei Segmente: Automobilindustrie (Automotive), Aftermarket und besondere Anwendungsgebiete (Special Applications).

HELLA GmbH & Co. KGaA
Logo
Rechtsform Kommanditgesellschaft auf Aktien
ISIN DE000A13SX22
Gründung 1899
Sitz Lippstadt, Deutschland Deutschland
Leitung
  • Rolf Breidenbach (Vorsitzender / CEO)
  • Klaus Kühn (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl 36.311[1]
Umsatz 5,8 Mrd. Euro (GJ 2019/20)[1]
Branche Automobilzulieferer
Website www.hella.com
Stand: 17. August 2020

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Hella zählt zu den Top 100 der weltweiten Automobilzulieferer sowie zu den 100 größten deutschen Industrieunternehmen und verfügt über eine der größten Handelsorganisationen für Kfz-Teile, Zubehör, Diagnose und Serviceleistungen in Europa.[2] Weltweit sind rund 39.000 Mitarbeiter an mehr als 125 Standorten in über 35 Ländern[3] beschäftigt. Davon arbeiten mehr als 8.000 Ingenieure und Techniker in Forschung und Entwicklung. Die Aktien des Unternehmens werden an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie an der Börse Luxemburg gehandelt und sind im MDAX enthalten.[4]

Das Unternehmen wurde 1899 von Sally Windmüller unter dem Namen „Westfälische Metall-Industrie Aktien-Gesellschaft (WMI)“ gegründet. Zu dieser Zeit bestand das Produktprogramm aus Ballhupen und Kerzen- und Petroleum-Lampen für Kutschen. Der Name Hella wurde erstmals 1908 als Warenzeichen für eine Karbidlampe für Fahrzeuge verwendet. 1923 übernahm die Lüdenscheider Fabrikantenfamilie Hueck die Aktienmehrheit. 1986 wurde der Name Hella schließlich in die Firmenbezeichnung aufgenommen. Die wahrscheinlichste Erklärung für den Markennamen wird Sally Windmüller persönlich zugeschrieben, der damit seine Frau Helene, in Kurzform Hella, ehren wollte, gleichzeitig aber die spielerische Assoziation zwischen dem Namen und dem Wort „heller“ nutzen wollte.

Während der NS-Herrschaft profitierte die damalige WMI von der staatlichen Förderung des PKW-Baus. So lieferte die Firma unter anderem Scheinwerfer, Leuchten und Signalhörner für den KdF-Wagen und erhielt 1936 einen großen Exklusivauftrag des US-Automobilherstellers Ford.[5]:31 Die Zahl der Beschäftigten stieg von 250 im Jahr 1933 auf 1700 im Jahr 1939. Ab Beginn des Zweiten Weltkriegs stellte WMI auch Produkte für die Rüstungsindustrie her. Dafür setzte das Unternehmen ab November 1944 auch KZ-Häftlinge, 335 jüdische Frauen, aus dem eigens dafür eingerichteten Außenlager Lippstadt II des KZ Buchenwald ein.[6]:261–263[7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit der Erweiterung des Unternehmens begonnen, sodass im Jahr 1951 die erste deutsche Tochtergesellschaft in Todtnau die als Metallwerke Todtnau gegründet wurde, die dann im Jahre 1976 in den heutigen Standort nach Wembach verlegt wurde. Heute verfügt das Unternehmen in Deutschland unter anderem über Standorte in Lippstadt, Bremen, Recklinghausen, Regensburg, Hamm (Bockum-Hövel), Nellingen und Wembach. Das seit 1973 bestehende Zentrallager in Erwitte firmiert heute als Hella Distribution GmbH. In den frühen 1960er-Jahren wurde ebenso mit der Internationalisierung des Unternehmens begonnen und im Jahr 1961 die erste ausländische Produktionsstätte in Mentone, Australien, gegründet. Heute verfügt Hella über 100 Standorte in 35 Ländern und ist in den Wirtschaftsräumen Europa, NAFTA/Südamerika, Afrika sowie Asien/Pazifik vertreten.

Seit den 1990er Jahren ist Hella zudem an mehreren Joint Ventures mit anderen Automobilzulieferern beteiligt, um über die Kerngeschäftsbereiche hinaus Kompetenzen in weiteren Bereichen aufzubauen. Stand Januar 2020 betreibt Hella verschiedene Kooperationen mit Behr, Plastic Omnium, Samlip, Leoni, Mando, TMD Friction und InnoSenT GmbH, Changchun FAWAY Automobile Components, BAIC, Faurecia und Oculii. Joint Ventures sind beispielsweise HBPO GmbH und BHTC GmbH in Lippstadt oder auch Intedis GmbH[8] in Würzburg. Die unterschiedlichen Joint Ventures beschäftigen sich auch mit der Architektur von Elektronik-Bordnetzen (Joint Venture Intedis) oder der Entwicklung von Diagnose-Hardware (Joint Venture Hella Gutmann Solutions, Ihringen). Des Weiteren wurde im Jahr 2002 die gemeinsame Holdinggesellschaft „Hella Stanley Ltd Pty“ mit Stanley Electric Co., Ltd. als Partner und mit Sitz in Melbourne gegründet.[9] Seit 2017 hat Hella brighter AI und Yptokey aus dem hauseigenen Inkubator ausgegründet.[10][11]

Im Mai 2021 wurde bekannt, dass die Eigentümerfamilie Hueck ihren 60-prozentigen Unternehmensanteil verkaufen will.[12] Neben mehreren Finanzinvestoren äußerten zunächst die Unternehmen Knorr-Bremse und Faurecia Interesse an einer Übernahme.[13] Während Knorr-Bremse seine Übernahmepläne wieder verwarf, stiegen zusätzlich zu Faurecia die Automobilzulieferer Plastic Omnium und Mahle in das Bieterverfahren ein.[14] Am 14. August 2021 wurde die Übernahme des 60-%-Aktienpakets durch Faurecia angekündigt. Kurz darauf entschied die Unternehmerfamilie Hueck/Röpke, dass sie dieses Paket verkaufen wird. Die Familie soll dafür 3,4 Milliarden Euro erhalten. Faurecia kündigt weiterhin ein Übernahmeangebot zum Erwerb der weiteren Hella-Aktien zum Preis von 60,00 EUR pro Aktie an. Der gesamte Transaktionswert beläuft sich auf 6,8 Milliarden Euro.[15] Durch die Übernahme soll der siebtgrößte Autozulieferer der Welt entstehen.[16]

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