Ballana

Ballana war ein Friedhof in Nubien, der an der Südgrenze des heutigen Ägypten auf der Westseite des Nils lag. Hier legte Walter Bryan Emery Anfang der 1930er Jahre 122 Grabanlagen frei. Es handelte sich um Hügelgräber(tumuli) mit unterirdischen Kammern. Vermutlich war Ballana der Friedhof der Könige von Nobatia. Der Ort ist in dem ab der Mitte der 1960er Jahre aufgestauten Nassersee untergegangen.

22.26666666666731.566666666667

Ballana
Ägypten
Krone aus Grab 118

. . . Ballana . . .

Die Grabtypen und die Funde gleichen denen von Qustul am gegenüberliegenden Ostufer. Es gab vereinzelte Menschenopfer und auch Pferde wurden mitbestattet. Das Grab B 80 war unberaubt und enthielt die Bestattung eines Königs erstmals auf einem Bett. Auf seinem Kopf fand sich eine silberne Krone und an Armen und Beinen reicher Schmuck. Nach der von László Török aufgestellten Chronologie datiert B 80 in die 420er Jahre und war das erste Königsgrab von Ballana, mit dem die Tradition von fünf zuvor in Qustul bestatteten Königsgenerationen fortgesetzt wurde. In Ballana wurden bis kurz vor 500 n. Chr. insgesamt sieben Könige beigesetzt.[1]

Weitere Könige sind wohl in Grab 3, 37, 47, 95, 114 und 118 bestattet worden. In jedem dieser Gräber fanden sich Kronen aus Silber, die in ihrem Stil meroitisch-ägyptische mit spätantiken mediterranen Elementen vereinen. In Grab 3 fand sich ein spätantiker Silberteller mit dem Bild des Hermes. In anderen Grabanlagen lagen Kandelaber, von denen einige sicherlich im Mittelmeerraum produziert worden sind, andere dagegen in Nubien.

Die Grabfunde sind ein beeindruckendes Zeugnis für den Reichtum dieser spätantiken Herrscher, die über weitreichende Handelsbeziehungen verfügten, aber auch eigene Werkstätten hatte, die hochwertige Produkte anfertigten.

Die Bestattungssitten mit Menschen- und Pferdeopfer greifen offensichtlich auf alte, aus Kerma stammende Traditionen zurück.

Das Grab gehörte eventuell einer Königin oder zumindest einer hoch stehenden Dame. Der Grabhügel war bei der Auffindung 39,30 Meter im Durchmesser und 6,80 Meter hoch. Er war, wie üblich, mit einer dicken Kiesschicht bedeckt. Die Grabkammer im Inneren des Hügels war unberaubt und enthielt die größte Sammlung an Schmuckstücken aus den Friedhöfen von Ballana und Qustul. Am Eingang des Ganges, der zur Grabkammer führte, lagen die Skelette von zwei Menschen und ein reich geschmücktes Pferd. Bei den Skeletten lagen noch einige Objekte. Es handelt sich vermutlich um Diener, die ihrer Herrin mit in den Tod folgen mussten. Eine weitere Dienerin lag direkt am Eingang zur Grabkammer.

In der Grabkammer lag die unberührte Tote. Die Leiche war stark verfallen, doch fand sich ausgesprochen viel Schmuck, so dass von einer Frau ausgegangen wird. Auf dem Kopf trug sie eine Silberkrone, an den Armen 20 Silberarmreifen, um den Hals einen Silberreifen und 14 Ketten mit Perlen aus verschiedenen Materialien. An den Armen trug sie Silber- und Korallenreifen, am Kopf eine Reihe von Ohrringen.

In der Grabkammer lagen Bronzeschalen, ein Silberbecher und eine Bronzelampe in der Form eines menschlichen Kopfes.

. . . Ballana . . .

Dieser Artikel stammt von der Website Wikipedia. Der Originalartikel kann etwas gekürzt oder modifiziert sein. Einige Links wurden möglicherweise geändert. Der Text ist lizenziert unter “Creative Commons – Attribution – Sharealike” [1] und ein Teil des Textes kann auch unter den Bedingungen der “GNU Free Documentation License” [2] lizenziert werden. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie unseren rechtlichen Seiten zu . Weblinks: [1] [2]

. . . Ballana . . .

Previous post Tim Cope
Next post Schenectady Challenger 1986