Geschichte der Sprachwissenschaft

Die Geschichte der Sprachwissenschaft, also die Geschichte der systematischen Beschäftigung mit der menschlichen Sprache, erstreckt sich über beinahe die gesamte schriftlich fixierte und damit nachvollziehbare Menschheitsgeschichte. Verschiedene frühe Hochkulturen haben voneinander unabhängig oder zumindest weitgehend unabhängig Systeme zur Beschreibung von Sprache entwickelt. Insbesondere aus der griechischen Tradition ist, mit einigen Brüchen und Neubesinnungen, die Sprachwissenschaft in ihrer heutigen, modernen Form erwachsen.

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Die älteste reflektierende Auseinandersetzung mit Sprache sowohl in Indien als auch überhaupt stammt aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert. Es handelt sich um das Werk eines gewissen Sakatayana, das allerdings verloren ist und nur durch Zitate bei späteren Autoren belegt ist.

Aus dem Nirukta, das dem Śākaṭāyana unmittelbar folgenden Grammatiker Yaska zugeschrieben wird, ist z. B. ersichtlich, dass Śākaṭāyana die Ansicht vertreten haben muss, dass sich nominale Ausdrücke etymologisch auf Verbalwurzeln zurückführen lassen. Yaskas Nirukta beschäftigt sich auch überwiegend mit Etymologie, insbesondere unklarer Worte in den Veden. Ziel der Abhandlung ist es, zu erklären, wie besonders wichtige Wörter der Veden zu ihrer Bedeutung kommen. Das Nirukta ist auch Teil der sogenannten Vedangas, einer Sammlung von sechs Hilfswissenschaften zum Verständnis und zur korrekten Überlieferung der Veden. Wichtig für die Entwicklung der Sprachwissenschaft ist das, weil dadurch deutlich wird, dass sie zunächst kein Selbstzweck, sondern einem anderen, aus religiösen Gründen wichtigen Ziel untergeordnet und zweckgebunden ist.

Das gilt auch noch für die Grammatik des wohl bekanntesten altindischen Grammatikers, Panini, der vermutlich im 5. Jhd. v. Chr. gelebt hat, obwohl diese bereits erheblich weit entwickelt war. Paninis Grammatik, die unter dem Namen Ashtadhyayi bekannt war, weist einen extrem hohen Grad an Komplexität auf. Implizit setzt sie den Phonembegriff, den Morphembegriff und ein Konzept von einer Wortwurzel voraus, die erst wesentlich später von der modernen Linguistik entwickelt worden sind. Die Grammatik weist darüber hinaus generative Züge auf und beschreibt die morphologischen Eigenschaften des Sanskrit vollständig und rückhaltslos. Neben einem kurzen einleitenden Abschnitt über die von ihm unterschiedenen Phoneme, den Shiva Sutras, besteht der Hauptteil der Grammatik aus 3.959 einzelnen in weitere Unterabschnitte gegliederten Regeln, den sutras, zur Generierung grammatikalisch korrekter Strukturen des Sanskrit. Keine der Jahrhunderte später in Griechenland und Rom entwickelten Ansätze (siehe unten) kann es an Komplexität und Adäquatheit der Beschreibungen mit Paninis Werk aufnehmen.

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